Abends sind die Augen oft besonders trocken

Abends geht die Tränenproduktion zurück. Daher sind die Symptome des trockenen Auges in den Abendstunden oft besonders ausgeprägt. Die Augen fühlen sich müde, trocken und gereizt an. Die Strapazen des Tages können die Beschwerden verstärken. Viele Betroffene berichten, dass sie plötzlich für wenige Sekunden ein starkes Brennen und Stechen im Auge wahrnehmen und das Auge stark tränt. Es sieht dann aus, als würde man weinen. Verstärkt werden Tränen und Brennen häufig durch Fernsehen oder intensive Handynutzung in dunkler Umgebung.

Warum Frauen häufiger trockene Augen haben

Frauen sind häufiger von trockenen Augen betroffen als Männer. Hier spielen zum Teil hormonelle Faktoren mit hinein. Östrogene und Androgene beeinflussen die Tränen- und die Meibomdrüsen. Nicht selten nehmen die Beschwerden trockener Augen während der Menstruation, unter hormoneller Verhütung und in den Wechseljahren zu. Laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. haben zwei von drei Frauen in den Wechseljahren Probleme mit trockenen Augen. Vor allem ein Androgenmangel führt zu einer nachlassenden Aktivität der Meibomdrüsen.

Hinzu kommt, dass Frauen oft zu Kosmetika, wie Kajal, Mascara, Lidschatten und Co. greifen. Diese können die Augen reizen und die Meibomdrüsen verstopfen. Auch das abendliche Abschminken kann die Zusammensetzung des Tränenfilms stören.

Was den Tränenfilm noch beeinflusst

Mit dem Alter nimmt die Produktion von Tränenflüssigkeit und Lipiden natürlicherweise ab und Trockenheitsbeschwerden können sich verstärken. Außerdem werden mit zunehmendem Alter oft vermehrt Medikamente eingenommen. Einige Medikamente können dem Bundesministerium für Gesundheit zufolge trockene Augen verstärken. Dazu gehören beispielsweise Diuretika (entwässernde Medikamente), Antihistaminika (Allergiemittel), Antidepressiva (Medikamente gegen Depression), Retinoide (Medikamente gegen Akne), Blutdrucksenker sowie Chemotherapeutika.

Kontaktlinsen, Allergien und Rauch reizen die Augen

Auch Kontaktlinsenträger klagen häufig über trockene Augen. Kontaktlinsen können die Verdunstung fördern und die Augenoberfläche reizen. Auch Allergien und Zigarettenrauch reizen die Augen und begünstigen Trockenheit. Manchmal sind Erkrankungen des Auges die Ursache, darunter Fehlbildungen der Augenlider, Augenverletzungen oder chirurgische Eingriffe am Auge. Auch Krankheiten wie Diabetes mellitus, entzündliche Gefäßerkrankungen, Erkrankungen der Schilddrüse sowie Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel rheumatische Erkrankungen, können ein trockenes Auge verursachen.

Wann mit trockenen Augen zum Arzt?

Augenärztliche Hilfe sollten Betroffene mit trockenen Augen suchen, wenn die Beschwerden verstärkt auftreten oder Begleitsymptome hinzukommen, etwa Druckgefühl, Schmerzen, Krustenbildung oder Sehstörungen. Der Arzt oder die Ärztin können klären, ob genügend Tränenflüssigkeit gebildet wird, wie lange der Tränenfilm stabil ist und ob die Augenoberfläche entzündet ist.

Oft helfen Tränenersatzmittel, die als Augentropfen, Sprays oder Gele zur Verfügung stehen. Ist eine nachlassende Funktion der Meibomdrüsen die Ursache, hilft eine regelmäßige sanfte Reinigung und Massage der Lidkanten. Der Arzt erklärt, worauf man bei der Lidrandpflege achten muss.

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