„Schlanke Produktionsprozesse“
WDR verkauft das „Lindenstraße“-Gelände
05.11.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 1 Min.
Jahrelang entstand in Köln-Bocklemünd eine der bekanntesten deutschen Serien. Nun trennt sich der WDR von dem Areal und hat dafür bereits einen konkreten Zeitplan.
Über drei Jahrzehnte lang war das WDR-Produktionsgelände in Köln-Bocklemünd eine feste Adresse im deutschen Fernsehen. Hier entstand die „Lindenstraße“, eine der langlebigsten Serien der deutschen TV-Geschichte. Nun hat der Sender die Weichen für einen Verkauf gestellt.
Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, hat der WDR eine Ausschreibung gestartet. Gesucht wird ein Beratungsunternehmen, das den Verkaufsprozess für den nördlichen Teil des Geländes konzipiert und steuert.
Wie groß die zum Verkauf stehende Fläche genau ist, wollte der WDR auf Nachfrage nicht mitteilen. In früheren Angaben war von rund 30 Hektar die Rede. Der offizielle Bodenrichtwert des Landes NRW liegt bei 195 Euro je Quadratmeter, woraus sich rechnerisch ein Richtwert von rund 58,5 Millionen Euro ergibt.
Laut den Ausschreibungsunterlagen soll das beauftragte Unternehmen seine Arbeit zwischen Januar und März 2027 aufnehmen. Spätestens bis 2035 muss das Gelände vollständig geräumt sein, ein früherer Verkauf ist aber ausdrücklich möglich.
WDR-Intendantin: „Schlichtweg unwirtschaftlich“
WDR-Intendantin Katrin Vernau hatte den Standort bereits als „schlichtweg unwirtschaftlich“ bezeichnet. Der Sender begründet den Schritt damit, dass die Flächen angesichts „schlanker und digitaler Produktionsprozesse nicht mehr ausgelastet sind“.
Auch die Stadt Köln beschäftigt sich mit der Zukunft des Areals. Der Stadtrat regte im Februar an zu prüfen, ob die Stadt die Entwicklung des Geländes mitgestalten oder es selbst erwerben könne.