Die letzten Posts des toten Politikers
„Angenehm, Aiwanger“
Aktualisiert am 04.11.2026 – 23:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Bis kurz vor seinem Tod hat Hubert Aiwanger seine politischen Positionen auch auf seinen Social Media-Accounts kämpferisch vertreten. Eine Auswahl seiner letzten Posts.
„WANN STEUERT BERLIN UND BRÜSSEL ENDLICH UM!!!??? FÜR DIE HEIMISCHE WIRTSCHAFT!!!“. In wütenden Versalien, mit aufgeregter Grammatik und mit je drei Ausrufe- und Fragezeichen hat der verstorbene bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in seinem letzten Post auf Instagram keinen Zweifel daran gelassen, was er von der Politik der EU-Behörden hielt: wenig bis nichts.
- Bayerns Vize-Regierungschef: Hubert Aiwanger tot in Hotelzimmer gefunden
- Freie-Wähler-Chef Aiwanger im Interview: „Das trifft nicht die Mehrheitsmeinung“
- CSU-Chef Söder über Aiwanger: „Absolute Tragödie“
Das macht die Bildunterschrift deutlich, die Aiwanger am Dienstag einem auf Instagram und Tiktok geposteten Video beistellte. Aiwanger nutzte seinen Besuch beim Zentralverband der Oberflächentechnik in Hilden in Nordrhein-Westfalen, um über die Sozialen Netzwerke das anzuprangern, was er selbst wohl mit Brüsseler „Regelungswut“ und „Behördenwahnsinn“ markig umschrieben hätte.
In dem Video spricht er davon, dass deutsche Betriebe unter diesen Bedingungen ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren und zunehmend Aufträge ins Ausland gehen würden. „Ich kämpfe dafür, dass es besser wird“, schließt Aiwanger das Video mit einem Händedruck mit dem Verbandschef.
Aiwanger kritisierte Tumulte an Halloween
Aiwanger kämpfte online an vielen Fronten. Ebenfalls am Dienstag nahm er auf Elon Musks Netzwerk „X“ Bezug auf Jugendliche, die das Halloween-Fest in Hamburg in Tumulten eskalieren ließen. Wenn „erlebnisorientierte Jugendliche“ Lust darauf hätten, so schimpfte Aiwanger, „sich mit der Polizei auseinanderzusetzen“, müsse die Polizei und anschließend die Justiz „mit Rückendeckung der Politik dafür sorgen, dass ihnen diese Lust vergeht. Sonst ufert das immer mehr aus. Siehe Frankreich“, warnte der Freie Wähler-Politiker.
Am selben Tag veröffentlichte Aiwanger auf dem Account des bayerischen Wirtschaftsministeriums ein weiteres Video, in dem er eine sogenannte Fischaufstiegsanlage in Landsberg am Lech vorstellt. Aiwanger beschreibt darin eine gut vier Millionen Euro teure Installation an einem Staukraftwerk des Flusses Lech, das Fischen ermöglicht, ihre Laichgründe zu erreichen: „Ein gelungenes Investment in den Artenschutz“, sagt Aiwanger zufrieden in die Kamera, in bayerische Landestracht gewandet.

Von Ende Oktober stammt sein jüngstes Online-Scharmützel auf „X“. Ein User dort hatte ihn als Reaktion auf einen Post kritisiert, in dem sich Aiwanger für mehr deutsches Engagement in die Zukunftsbranche der Robotik starkgemacht hatte. „Gscheidhaferl“, beschimpft ihn der User mit einem bayerischen Ausdruck, der in etwa „Klugscheißer“ oder „Besserwisser“ meint. „Angenehm, Aiwanger“, entgegnet der Politiker lakonisch.