22 Jahre im All
Nasa-Teleskop fällt unkontrolliert auf die Erde
Aktualisiert am 05.11.2026 – 00:26 UhrLesedauer: 2 Min.
22 Jahre lang hat das Swift-Teleskop die gewaltigsten Explosionen im Universum erforscht. Jetzt gab es einen Absturz, der so nicht geplant war.
Das rund 1.450 Kilogramm schwere Swift-Observatorium der Nasa ist am Mittwoch um 7.39 Uhr Ostküstenzeit (13.39 Uhr deutscher Zeit) über dem Norden Sumatras in die Erdatmosphäre eingetreten. Das teilte der Satellitenbeobachter Jonathan McDowell mit, der sich auf Daten der US Space Force beruft.
Die Nasa hatte erwartet, dass der größte Teil von Swift beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht. Von Schäden am Boden ist bislang nichts bekannt. Das Teleskop war etwa so groß wie ein Kleinbus. Die Wahrscheinlichkeit, dass übrig gebliebene Trümmerteile einen Menschen auf der Erde verletzen, bezifferte die Raumfahrtbehörde auf gerade einmal eins zu 2.100.
Es hatte noch Versuche gegeben, das Teleskop auf eine höhere Umlaufbahn zu bringen und damit seine Lebenszeit zu verlängern und einen Absturz zu verhindern.
Eine Rettungsmission im Juli sollte an das Observatorium andocken und es anheben. Das hätte die Betriebsdauer von Swift um ein Jahrzehnt oder mehr verlängern können, doch der Versuch scheiterte. Schließlich sank die Raumsonde auf nur noch 275 Kilometer Höhe über der Erde, und das Observatorium stellte offiziell die Sammlung wissenschaftlicher Daten ein.
Spezialist für die stärksten Explosionen im All

Swift, offiziell „Swift Gamma-Ray Burst Explorer“, war im November 2004 in eine Erdumlaufbahn gestartet. Die geplante Mission sollte zwei Jahre dauern. Das Teleskop untersuchte Gammastrahlenausbrüche, die als die stärksten Explosionen im Universum gelten. Der Name „Swift“ (Englisch für „flink“ oder „schnell“) ist keine Abkürzung. Er bezieht sich auf die Wendigkeit, mit der die Raumsonde ihre Beobachtungen machte.
„Swift musste Gammastrahlenausbrüche aufspüren und orten, ihre Position an andere Observatorien übermitteln und dann seine Teleskope herumschwenken, um die Orte der Ausbrüche abzubilden, bevor ihr Nachglühen verblasste“, sagte S. Bradley Cenko in einer Mitteilung vom 23. Oktober. Er ist der wissenschaftliche Leiter der Mission am Goddard Space Flight Center der Nasa im US-Bundesstaat Maryland. „Dafür brauchte Swift in der Regel etwa eine Minute.“