Bayerischer Wirtschaftsminister
Hubert Aiwanger tot in Hotelzimmer aufgefunden
Aktualisiert am 04.11.2026 – 22:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Bayerns Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger wurde leblos in einem Hotelzimmer in Berlin gefunden. Die Todesursache ist noch unklar.
Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist tot. Der 55-Jährige wurde am Mittwoch leblos in einem Berliner Hotelzimmer aufgefunden.
Über seinen Tod berichtete zunächst die „Bild“ unter Berufung auf die Berliner Polizei und die bayerische Staatsregierung, kurze Zeit später lag auch der Deutschen Presse-Agentur eine Bestätigung vor.
Einer Veranstaltung der Freien Wähler am selben Tag war Aiwanger, der auch Bundesvorsitzender der Partei war, aus gesundheitlichen Gründen ferngeblieben. Später sei er laut dpa schließlich nicht mehr erreichbar gewesen.
Aiwanger wurde nur 55 Jahre alt. Der Niederbayer hatte zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen.
So ebnete Aiwanger seinen politischen Weg
Im Jahr 2008 gelang es Aiwanger erstmals, mit den Freien Wählern in den bayerischen Landtag einzuziehen – damals wurde er Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, formten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident an der Seite von Markus Söder (CSU).

Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung Erfolge gefeiert und von der CSU viele Landrats-Posten übernommen. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.
„Flugblatt-Affäre“ brachte Aiwanger ins Stolpern
Umstritten war Aiwanger nicht zuletzt wegen der „Flugblatt-Affäre“, die ihn 2023 beinahe seinen Posten als stellvertretender Ministerpräsident gekostet hätte. Zu Schulzeiten soll der Niederbayer ein antisemitisches Flugblatt verfasst haben. Nachdem die Nachricht zunächst große Wellen geschlagen hatte, gelang es Aiwanger, sich aus der Misere zu retten: Er gab zu, das Flugblatt in seiner Schultasche gehabt zu haben. Geschrieben haben soll es allerdings ein anderer – und zwar sein älterer Bruder Helmut Aiwanger.