Terrorverdacht
Angreifer von Belgrad saß zuvor in München in U-Haft
Aktualisiert am 04.11.2026 – 05:28 UhrLesedauer: 1 Min.
Festnahme im Juni, Untersuchungshaft in München, dann die Abschiebung: Der Jugendliche soll Anschlagspläne gehabt haben. Was weiß man über ihn?
Der in Belgrad erschossene Angreifer soll zuvor in München einen Anschlag auf das Jüdische Museum am St.-Jakobs-Platz geplant haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München soll er den Platz ausgespäht und versucht haben, sich Waffen zu beschaffen.
Der Tatverdächtige wurde demnach am 22. Juni festgenommen und saß wegen dieser Pläne in Untersuchungshaft, bevor er nach Serbien abgeschoben wurde. Das bestätigte die Behörde. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Der Jugendliche lebte damals bei seinem Vater in München.
Ende Oktober greift Serbe Polizist vor der Botschaft an
Etwa einen Monat nach der Festnahme wurde er nach Serbien abgeschoben, „im Einvernehmen mit der Generalstaatsanwaltschaft“. Nach Angaben der Behörde sei er nicht vorbestraft gewesen, in Serbien lebe seine Mutter. Eine offizielle Bestätigung der serbischen Behörden zur Identität des Erschossenen steht noch aus. Die Generalstaatsanwaltschaft München geht jedoch davon aus, dass es sich um denselben Jugendlichen handelt.
Ende Oktober griff der mutmaßlich minderjähriger Serbe in Belgrad einen Polizisten vor der israelischen Botschaft mit zwei Messern an und verletzte ihn. Nach Angaben des serbischen Innenministers Ivica Dacic erschoss der Beamte den Angreifer aus Notwehr.
Dacic bezeichnete den Vorfall im staatlichen Fernsehen RTS als Terrorakt. Den Behörden sei der Angreifer als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat bekannt gewesen. Die Ermittlungen dauern an.