Haarproben sollen Stresslevel zeigen
Alle sechs Monate müssen die Teilnehmer Online-Fragebögen ausfüllen. Damit wollen die Forscher herausfinden, wie das Geld den Alltag der Menschen verändert. Optional führen sie mit einigen Teilnehmern Tiefeninterviews und werten Haarproben aus, die zeigen sollen, wie sich das Stresslevel der Teilnehmer entwickelt. Ein erstes Zwischenergebnis ist für Februar 2023 geplant.
In einer weiteren Studie wollen die Forscher zudem testen, wie sich ein flächendeckendes Grundeinkommen finanzieren ließe (mehr dazu unten).
Angestoßen hat die Langzeitstudie der Verein „Mein Grundeinkommen“, der die Idee seit 2014 bereits in kleinerem Maßstab umgesetzt hat. Mehr als 2,6 Millionen Menschen haben bisher gespendet, sodass der Verein Grundeinkommen in monatlichen Raten von 1.000 Euro an mehr als 800 Menschen verlosen konnte. Auch das nun gestartete deutschlandweite Pilotprojekt wird über Spenden finanziert.
Bedingungsloses Grundeinkommen
Das Pilotprojekt versteht bedingungsloses Grundeinkommen als einen monatlich vom Staat gezahlten Geldbetrag, der so hoch ist, dass er die Existenz sichert, aber auch die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben ermöglicht. Der Betrag für die Studie orientiert sich an der Armutsgefährdungsgrenze, die in Deutschland 2018 bei monatlich 1.135,67 Euro lag. Das Grundeinkommen ist nicht an eine Bedürftigkeitsprüfung gekoppelt und geht mit keinerlei Verpflichtungen einher.
Gibt es weitere Wege, Grundeinkommen zu erhalten?
Ja. Der Verein „Mein Grundeinkommen“ verlost regelmäßig gespendete Grundeinkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, Sie müssen sich lediglich mit Namen und Geburtsdatum registrieren.
Im Unterschied zum Pilotprojekt wird das Grundeinkommen hier aber nur für ein Jahr gezahlt und der Betrag fällt etwas geringer aus: 1.000 Euro pro Monat. Diese Verlosungen finden auch weiter regelmäßig statt.
Neue Chance für Bewerber – zweite Studie geplant
Noch während die erste Langzeitstudie läuft, soll eine weitere Studie starten. Sie wird derzeit vorbereitet und soll 2023 beginnen. Alle Teilnehmer erhalten dabei Grundeinkommen in unterschiedlichen Höhen, die mit simulierten, unterschiedlich hohen Steuersätzen auf alle sonstigen Einkünfte verrechnet werden. Die Differenz soll den Teilnehmern ausgezahlt werden.
Fragen, die die Forscher dabei interessieren, sind unter anderem: Sinkt der Anreiz zu bezahlter Arbeit tatsächlich? Wie stark sind die Effekte aus Studie 1 noch, wenn es statt „mehr Geld“ nur „mehr Sicherheit“ gibt, das Grundeinkommen die Allgemeinheit dafür aber auch weniger kostet?
- Wohnen, Einkaufen, Freizeit: Wie viel Geld brauche ich zum Leben?
Alle Bewerber, die sich für die erste Studie beworben haben und nicht ausgewählt wurden, bleiben im Pool für die Auswahl der Teilnehmer für die zweite Studie, sofern sie das möchten. Aber auch neue Bewerber haben eine Chance: Um unter den Ersten zu sein, die erfahren, wann die Bewerbungsphase beginnt, melden Sie sich am besten für den Studien-Newsletter an.