Kai Gniffke ist Spitzenverdiener
ARD veröffentlicht Gehälter seiner Intendanten
03.11.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
In die Diskussionen um den Rundfunkbeitrag mischen sich oft Vorwürfe in Richtung der Intendantengehälter. Jetzt hat die ARD die neuesten Zahlen dazu veröffentlicht.
Der Reformdruck auf die öffentlich-rechtlichen Sender ist hoch. Seit Jahren versuchen ARD, ZDF und Co. mit Einsparungen ihr Image zu polieren. Zahlreiche Stellen wurden gekürzt, Formate eingestampft: Bei einigen Sendeanstalten wie dem MDR regiert der Rotstift inzwischen so sehr, dass Intendant Ralf Ludwig um die Existenz seiner Mitarbeiter bangt.
Dabei mischt sich auch oft der Vorwurf unverhältnismäßig hoher Spitzengehälter in die Debatte um den Rundfunkbeitrag-finanzierten Apparat. Als Vergleich wird dann gerne das Kanzlergehalt herangezogen: So verdiene der deutsche Regierungschef nur minimal mehr als der Bestverdiener der ARD.
Merz verdient 70.000 Euro mehr als Kai Gniffke
Tatsächlich ändert sich das auch laut der neuesten Veröffentlichung nicht: Während Bundeskanzler Friedrich Merz etwa 460.000 Euro im Jahr erhält, kam der SWR-Intendant Kai Gniffke im Jahr 2025 auf ein Grundgehalt von 392.530 Euro. Mittels Aufwandsentschädigungen und Sachbezügen steigen Gniffkes Bezüge auf 400.589 Euro.
Dies geht aus der neuesten Auflistung der ARD hervor, die am Montag auf dem Transparenzportal des Senders aktualisiert wurde. Gniffke ist damit der Spitzenverdiener in der ARD und folgt auf Tom Buhrow, der als WDR-Intendant im Jahr 2024 mit einer Grundvergütung von 427.900 Euro entlohnt wurde.

Auf Gniffke folgt die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Katrin Vernau, mit einer Gesamtvergütung von 359.500 Euro. Die Chefin des Bayerischen Rundfunks (BR), Katja Wildermuth, erhielt rund 348.100 Euro.
RBB-Intendantin auf dem letzten Platz
Unter den ganzjährig amtierenden Senderchefs erhielt die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Ulrike Demmer, mit rund 233.900 Euro die niedrigste Gesamtvergütung. Es folgten SR-Intendant Martin Grasmück mit rund 246.800 Euro und HR-Chef Florian Hager mit rund 267.200 Euro.
MDR-Intendant Ralf Ludwig, der seit der AfD-Ankündigung in Sachsen-Anhalt, den MDR abschaffen zu wollen, unter enormen Druck steht, kam auf rund 294.000 Euro. Die Chefin von Radio Bremen, Yvette Gerner, bekam den gleichen Betrag überwiesen.
Beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) gab es im vergangenen Jahr einen Wechsel an der Spitze. Der frühere Intendant Joachim Knuth erhielt bis Ende August insgesamt rund 258.800 Euro. Sein Nachfolger Hendrik Lünenborg kam für die vier Monate ab September auf rund 102.600 Euro.