Der Schaden könnte sich jedoch auch auf das Skispringen ausweiten. DSV-Sportdirektor Hüttel erklärte dazu: „Nicht nur die Förderung der Nordischen Kombination, sondern auch des Skisprungs hängt in vielerlei Hinsicht an öffentlichen Mitteln.“ Das macht auch Freund Sorgen: „Wenn es um Sportstättenmodernisierung und Sportstättenbau geht, ist es bei der Förderung immer eine wichtige Frage, wie viele Athleten die Schanzen benutzen“, erklärt er.
„Dann werden uns sicherlich ein paar Kinder wegbrechen“
Wenn Kombinierer also wegfallen, fallen damit auch die Chancen auf Förderung. Zwar seien die Schanzen, auf denen auch im Weltcup gesprungen werde, sicher, „aber gerade, wenn es um den Nachwuchs geht, wenn man Zentren hat, die modernisiert werden müssen, wo die Schanze aber nur als Trainingsschanze fungiert, dann wird das sicherlich einen Einfluss haben“, so Freund.
Auch in der Ausbildung, wo viele Kinder (wie auch Freund) als Kombinierer beginnen, bevor sie sich spezialisieren, dürften Auswirkungen zu spüren sein – positiv wie negativ. „Da kann man eine lange Pro-und-Kontra-Liste machen“, sagt Freund. „Natürlich kann man es so sehen, dass ohne die Nordische Kombination mehr Talente für das Skispringen zur Verfügung stehen“, so der 38-Jährige. „Auf der anderen Seite kann man genau so sagen, dass eine breite Ausbildung, bei der ein Skispringer auch auf Langlaufskiern aufwächst, förderlich ist.“
Für ihn sei vor allem entscheidend, dass man, wenn ein Kind gerade erst mit dem Sport beginnt, noch nicht absehen könne, in welcher Sportart eine Karriere möglich sei. Die Kombination sei dabei eine Möglichkeit, zunächst breit auszubilden, bis erkennbar wird, in welchem Bereich eine Spezialisierung lohnenswert ist. „Wenn diese Möglichkeit wegfällt, dann werden uns sicherlich auch ein paar Kinder wegbrechen“, so Freunds Sorge.
Die Sportart kämpft weiter
Aus all diesen Gründen möchten die Kombinierer weiter um ihre Sportart kämpfen. In Frankreich formiert sich aktuell eine Initiative um Olympiasieger Jason Lamy Chappuis und den früheren Weltklasse-Biathleten Martin Fourcade. Sie wollen nach Angaben von DSV-Sportdirektor Hüttel beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron um eine Aufnahme der Nordischen Kombination in das olympische Programm 2030 werben.
Hintergrund: Frankreich ist 2030 Austragungsort der Spiele. „Der Gastgeber kann drei Disziplinen wählen, eine wäre noch frei. Aber da ist viel Prinzip Hoffnung dabei“, erklärte Hüttel. Sollte auch das nicht funktionieren, liegen die Hoffnungen auf einer Wiederaufnahme im Jahr 2034. Die Entscheidung darüber soll laut Hüttel „im vierten Quartal 2027“ fallen.