Fachleute warnen
Unser größtes Organ ist gleich mehrfach bedroht
Aktualisiert am 29.10.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Klimawandel setzt unserer Haut massiv zu. Mediziner erklären, welche Erkrankungen uns in Zukunft noch häufiger drohen – und wer besonders gefährdet ist.
Die Haut ist unser größtes Organ – und sie reagiert empfindlich auf Umweltveränderungen. Immer häufiger warnen Experten vor den Folgen des Klimawandels für die Hautgesundheit. Höhere Temperaturen, zunehmende UV-Belastung, verschlechterte Luftqualität und neue Krankheitserreger belasten sie massiv.
Deutlich wurde das auch auf der Konferenz zum „Monat der Hautgesundheit 2025“, die in Österreich stattfand. Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb nannte den Klimawandel eine „sehr konkrete Realität“: „Die Auswirkungen auf die Hautgesundheit sind vielfältig und dennoch unterschätzt.“ Die Wissenschaftlerin verwies auf die steigenden Temperaturen, die Ausbreitung exotischer Krankheitserreger und neue Allergene – all das greife die Haut an.
Hitzebläschen, Akne und Hautkrebs
Hautarzt Robert Müllegger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, berichtete über eine Zunahme typischer Hitzeerkrankungen wie Hitzebläschen, Akne, Intertrigo (Hautentzündungen in feuchten Körperfalten) und Pilzinfektionen. Gründe seien das vermehrte Schwitzen und die höhere Luftfeuchtigkeit.
Ein besonders ernstes Thema: die UV-Strahlung. Sie hat in Mitteleuropa – trotz Schutz der Ozonschicht – in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Der Grund: weniger Bewölkung als Folge der Erderwärmung. „UV-Strahlung ist der wichtigste Krebsbeschleuniger für Hautkrebs“, so Müllegger. Vorstufen des weißen Hautkrebses finden sich inzwischen bei über der Hälfte der über 70-Jährigen. Auch das gefährliche schwarze Melanom nimmt zu. Welche Generation besonders häufig an Hautkrebs erkrankt, lesen Sie hier.
Schutz vor hoher UV-Strahlung gewinnt an Bedeutung
Experten des Universitätsklinikums Leipzig warnen: Die vermehrte UV-Strahlung lässt die Zahl der Hautkrebsfälle rasant ansteigen. Sie erwarten bis 2030 eine Verdoppelung der Hautkrebsfälle.

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Allergien häufen sich – und sie beginnen früher
Allergologe Stefan Wöhrl wies auf eine weitere alarmierende Entwicklung hin: Die Pollenflugzeiten beginnen früher und dauern länger. „Ragweed etwa profitiert von den steigenden CO2-Werten – das Unkraut produziert deutlich mehr Pollen.“
Zur Erklärung
Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) ist eine hochallergene Pflanze, deren Pollen bei sensibilisierten Menschen Heuschnupfen verursacht sowie zu Asthma führen kann.
Hinzu kommen neue Allergene durch eingeschleppte Pflanzenarten sowie eine Zunahme von Schimmelsporen bei Extremwetterlagen. Wöhrl warnte: „Phänomene wie das sogenannte Thunderstorm-Asthma zeigen, wie ernst die Lage ist – dabei müssen plötzlich Hunderte Menschen gleichzeitig notfallmäßig behandelt werden.“