„By Any Means“ im Kino
Mark Wahlberg: „Die Leute reagieren sehr heftig“
29.10.2026 – 03:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein gesetzestreuer FBI-Agent und ein skrupelloser Mafia-Killer werden in „By Any Means“ zum Team. Wie weit sie für Gerechtigkeit gehen, erzählen Yahya Abdul-Mateen II und Mark Wahlberg im Interview.
„Ist es das wert, Gerechtigkeit zu bekommen, wenn man dafür zu allen Mitteln greifen muss?“, fragt Yahya Abdul-Mateen II im Gespräch mit t-online. Genau darum geht es in seinem neuen Kinofilm „By Any Means“, in dem er neben Mark Wahlberg die Hauptrolle spielt. Der Thriller zeigt die dunkle Vergangenheit der USA – fanatischer, tief ins System integrierter Rassismus und rohe Gewalt.
Im Mississippi der Sechzigerjahre werden Bürgerrechtler ermordet, Häuser in Brand gesetzt, Zeugen schweigen aus Angst, und die lokale Polizei ist korrupt. FBI-Agent Strider (Yahya Abdul-Mateen II) glaubt an Recht und Gesetz, doch in einem Umfeld, das die Täter deckt, kommt er damit nicht weit. Für die Ermittlungen wird ihm ein Partner zugeteilt, der keine Regeln kennt: Mafioso Greg Scarpa (Mark Wahlberg). Er bringt Menschen auf Wegen zum Reden, die der Behörde selbst verboten sind.
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Für Abdul-Mateen II trifft der Film einen Nerv. Es sei „die perfekte Zeit, um diese Geschichte zu erzählen“, findet der 40-Jährige. Es gehe um Moral, um Recht und Unrecht. „Das sind starke Fragen in einer Welt voller Ungerechtigkeit. Viele Menschen sind ängstlich, und viele wollen Rache und Gerechtigkeit.“
Manchmal mit allen Mitteln, wie „By Any Means“ zeigt. Wenn die Täter nach ihren grausamen Verbrechen selbst zu Opfern von Scarpa werden, schenkt man ihnen kaum noch Mitleid. Das hat Mark Wahlberg beim Kinopublikum selbst erlebt. „Die Leute reagieren sehr heftig und äußern sich lautstark“, erzählt er t-online. Eine Zuschauerin habe zu Beginn bei Gewaltszenen weggeschaut und im Laufe der Vorstellung gefordert, man solle sich alle vorknöpfen.
„Geschichte mit Würde und Integrität erzählen“
Vieles an der Geschichte des Films ist real. Der Bürgerrechtler Vernon Dahmer half Schwarzen, sich als Wähler registrieren zu lassen, und starb nach einem Brandanschlag des Ku-Klux-Klans. Auch Scarpa war ein echter Mafioso der Colombo-Familie und soll nach Zeugenaussagen für das FBI gearbeitet haben.
Mark Wahlberg habe bei der Rolle „sofort zugegriffen“, nachdem er das Drehbuch gelesen hatte. Bei der Vorbereitung half ihm Scarpas Sohn Greg Jr. Gemeinsam mit seiner Schwester Linda habe er Wahlberg gezeigt, dass der Mafioso nicht nur ein berüchtigter Auftragskiller war, sondern auch Ehemann und Vater. „Das war von unschätzbarem Wert“, betont der Schauspieler.
Dass es um reale Personen geht, verpflichte laut Abdul-Mateen II zu mehr Verantwortung. „Es leben noch Nachfahren der Menschen aus unserem Film“, sagt er. „Deshalb ist es wichtig, ihre Geschichte mit Würde und Integrität zu erzählen und so wahrheitsgetreu wie möglich zu sein.“