Nach unheilbarer Diagnose
Assistierter Suizid: Schauspielerin Barbara Barrie ist tot
28.10.2026 – 23:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Nachdem sie eine unheilbare Krebsdiagnose erhalten hatte, entschied sich Barbara Barrie, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie wurde 95 Jahre alt.
Als Mutter eines radsportbegeisterten Teenagers spielte sich Barbara Barrie 1979 in die Herzen des Kinopublikums. Für ihre Rolle in der Coming-of-Age-Komödie „Breaking Away“ wurde sie für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Später kannten sie Millionen Zuschauer als Ehefrau des Titelhelden in der Sitcom „Barney Miller“ und als Großmutter von Brooke Shields in „Suddenly Susan“.
Nun ist die US-Schauspielerin tot. Sie starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Tochter Jane Harnick der „New York Times“ bestätigte. Demnach hatte Barrie zuvor eine unheilbare Krebsdiagnose erhalten und sich mit 95 Jahren für einen assistierten Suizid, also einen ärztlich begleiteten Tod, entschieden.
Neues Gesetz in New York
Möglich ist das in New York erst seit Kurzem. Im Februar unterzeichnete Gouverneurin Kathy Hochul den „Medical Aid in Dying Act“, am 5. August trat das Gesetz in Kraft. Es erlaubt unheilbar kranken, entscheidungsfähigen Erwachsenen mit einer Lebenserwartung von höchstens sechs Monaten, sich ein Medikament verschreiben zu lassen, das sie selbst einnehmen müssen. Zwei Ärzte müssen die Diagnose bestätigen, zudem ist eine psychologische oder psychiatrische Begutachtung vorgeschrieben.
- Assistierter Suizid: Diese Art Sterbehilfe ist erlaubt
In Deutschland ist der assistierte Suizid seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2020 zwar erlaubt, gesetzlich aber bis heute nicht geregelt. 2023 scheiterten im Bundestag zwei Gesetzentwürfe, eine Neuregelung steht weiter aus. Bundesweit für Aufsehen sorgte im November 2025 der Tod der Kessler-Zwillinge, die ihr Leben mit Begleitung der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben gemeinsam beendeten.
Barbara Barrie hatte über 60 Jahre lang bis ins hohe Alter vor der Kamera gestanden. Ihren Durchbruch feierte sie 1964 mit dem Drama „One Potato, Two Potato“, für das sie in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Sie wirkte in über 120 Film- und Fernsehproduktionen mit und war für Preise wie Oscar, Emmy und Tony nominiert.
Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.