Langfristige Zinsen
Versicherer locken mit „Alternative“ zum Tagesgeld
22.10.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 3 Min.
Auch Versicherer werben vermehrt um die kurzfristigen Einlagen der Sparer. Was sich hinter den Angeboten verbirgt.
Viele Banken locken derzeit mit attraktiven Tagesgeldzinsen. Angebote mit Zinsen von über 4 Prozent sind keine Seltenheit mehr – Banken und Neobroker überbieten sich momentan fast wöchentlich mit neuen Aktionszinsen. Allerdings haben diese Angebote einen entscheidenden Haken: Sie gelten meist nur für wenige Monate. Läuft der Aktionszeitraum aus, gilt für Sparer der in der Regel deutlich niedrigere Bestandskundenzins.
Wer nicht ständig mit seinem Ersparten zur nächsten Bank umziehen möchte, ist mit langfristigen Konditionen besser beraten als mit den kurzfristigen Spitzenzinsen. Neben klassischen Banken werben auch Lebensversicherer um das Geld der Kunden. Konten mit Namen wie „ParkDepot“ oder „Parkkonto“ werden von den Versicherern gern als Alternative zum Tagesgeld angepriesen.
Versicherer bietet 3 Prozent Zinsen für 14 Monate
Die Bayerische Lebensversicherung hat nun ihre Bedingungen überarbeitet und garantiert den Sparern Zinsen für maximal 14 Monate und somit deutlich länger als die meisten Banken.
Die Verzinsung auf dem „MehrZins-Konto“ erfolgt gestaffelt nach dem jeweiligen Anlagebetrag. Ab einem Guthaben von 5.000 Euro – dem Anlageminimum – zahlt der Versicherer 2,75 Prozent pro Jahr aufs Ersparte. Ab einem Betrag von 20.000 Euro erhöhen sich die Zinsen auf 2,90 Prozent pro Jahr. Erst wer mehr als 50.000 Euro anlegt, erhält eine Verzinsung von 3 Prozent. Maximal können 250.000 Euro angelegt werden.
Garantiert werden die Zinsen bis Ende 2027. Wer sein Geld also bereits zum November auf das „MehrWert“-Konto der Bayerischen Lebensversicherung einzahlt, bekommt für 14 Monate eine vergleichsweise hohe Verzinsung. Zwar bietet etwa auch die Bank of Scotland einen garantierten Zins von 3 Prozent für zwölf Monate – allerdings liegt hier der maximal investierbare Betrag mit 100.000 Euro deutlich niedriger.
Unterschiede zu Tagesgeldkonten
Sparer müssen sich aber bewusst sein: Bei dem Angebot der Bayerischen Lebensversicherung handelt es sich nicht um ein klassisches Tagesgeldkonto. Stattdessen schließen Sparer einen Kapitalisierungsvertrag mit dem Versicherer ab. Hierbei handelt es sich einfach gesagt um einen Sparvertrag, den der Kunde statt mit einer Bank mit einer Versicherung abschließt. Obwohl ein Versicherer dahintersteht, erwirbt der Kunde keinen Versicherungsschutz – es geht allein ums Sparen.
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Anders als klassische Tagesgeldkonten sind Kapitalisierungsverträge jedoch deutlich unflexibler. Während das Geld auf einem klassischen Tagesgeldkonto stets verfügbar ist, kommen Kunden bei einem Kapitalisierungsvertrag nur mit einer gewissen Verzögerung an ihr Erspartes. So sind beim „MehrWert“-Konto der Bayerischen Auszahlungen stets nur zum Monatsende möglich, sofern sie spätestens zehn Tage vorher beantragt wurden.
Zudem muss eine Auszahlung mindestens 500 Euro betragen und der verbleibende Anlagebetrag darf die Mindestanlagesumme von 500 Euro nicht unterschreiten. Dieses Limit gilt auch für Zuzahlungen, die wiederum nur zum Monatsersten möglich sind.
Die Zahl der kostenfreien Aus- und Zuzahlungen ist zudem auf insgesamt vier im Jahr begrenzt. Für alle weiteren Transaktionen wird seitens des Versicherers eine Gebühr erhoben.