Darauf kommt es an
Aktivitäten dieser Art fördern die geistige Fitness im Alter
Aktualisiert am 21.10.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 3 Min.
Welche Freizeitbeschäftigung eignen sich am besten zum Schutz vor geistigem Abbau? Eine Studie hat das untersucht. Die Ergebnisse zeigen, was dabei offenbar zählt.
Im Alter nicht mehr ganz so schnell im Kopf zu sein wie in jüngeren Jahren, ist normal – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Gleichwohl fürchten viele den teilweisen Verlust der Geisteskräfte. Sie fragen sich: Was kann ich tun, um mein Gehirn möglichst lange fitzuhalten?
Zahlreiche Studien zeigen, dass dabei verschiedene Maßnahmen helfen können. Als besonders wichtig gelten dabei regelmäßige Kontakte zu anderen Menschen. Eine aktuelle Untersuchung untermauert das mit neuen Daten. Die Ergebnisse, erschienen im Fachjournal „Journal of Epidemiology & Community Health“, verdeutlichen: Je mehr soziale Aktivitäten Senioren ausüben, desto stärkere positive Effekte zeigen sich für ihr Gedächtnis und ihre exekutiven Funktionen, wie etwa Rechnen oder das Aufzählen von Tiernamen. Allerdings erwies sich nicht jede soziale Betätigung als gleichermaßen erfolgreich.
Welche soziale Betätigung ist besonders wirksam?
Für ihre Untersuchung werteten Forscher um Yuedong Wang von der chinesischen Shandong University Daten aus fünf bereits bestehenden Langzeitstudien aus. Diese waren in den USA, England, China, Mexiko und weiteren europäischen Ländern durchgeführt worden. Insgesamt flossen die Daten von 57.793 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 24 Ländern in die Analyse ein.
Die Forscher führten die Ergebnisse der fünf Studien zusammen, um den Zusammenhang zwischen sozialen Aktivitäten und geistiger Leistungsfähigkeit genauer zu untersuchen. Die Teilnehmer waren über einen Zeitraum von typischerweise sechs Jahren beobachtet worden. Ihre geistige Leistungsfähigkeit wurde mithilfe verschiedener Tests erfasst. Dabei ging es unter anderem um das Gedächtnis und sogenannte exekutive Funktionen, etwa die Fähigkeit, Rechenaufgaben zu lösen oder innerhalb einer Minute möglichst viele Tiernamen aufzuzählen.
Die Auswertung zeigte: In allen fünf Studien schnitten sozial aktive Menschen bei den kognitiven Tests statistisch signifikant besser ab als Gleichaltrige, die sich nicht an solchen Aktivitäten beteiligten. Signifikant bedeutet in der Statistik, dass ein Ergebnis wahrscheinlich nicht allein durch Zufall zustande gekommen ist.
Bereits die Teilnahme an einer einzigen sozialen Aktivität ging mit besseren Testergebnissen einher. Bei zwei oder mehr Aktivitäten waren die Werte noch höher. Wer sich in drei oder mehr Gruppen engagierte, konnte außerdem im Laufe der Jahre eine statistisch nachweisbare günstigere Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit verzeichnen als Menschen ohne solche Aktivitäten.
Ehrenamt und Sportvereine besonders günstig
Besonders vorteilhaft scheint ehrenamtliche Arbeit sowie die Mitgliedschaft in Sportvereinen zu sein. Auch der Besuch von Fortbildungskursen und die Betreuung von Kindern standen mit einer günstigeren Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit in Zusammenhang.
Dagegen zeigte das Engagement in politischen Gruppen, Kirchengemeinden oder religiösen Vereinigungen nicht durchgängig einen statistisch eindeutigen Zusammenhang mit einer besseren geistigen Leistungsfähigkeit.
In sogenannten Subgruppenanalysen, bei denen die Forscher einzelne Personengruppen getrennt untersuchten, zeigte sich zudem: Der positive Zusammenhang war besonders deutlich bei Frauen, Menschen ab 60 Jahren, Personen mit höherer Bildung, Alleinlebenden und Menschen auf dem Land.