Projekt startet im November
MHH erforscht neue Therapie für Leukämie-Patienten
Aktualisiert am 20.10.2026 – 20:56 UhrLesedauer: 1 Min.
Für viele Leukämie-Patienten fehlt ein passender Spender. Ein Hannoveraner Forschungsteam arbeitet jetzt an einer Lösung – mit einer Million Euro Förderung.
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will erstmals Blutstammzellen in großem Maßstab im Labor herstellen. Das teilt die MHH in einer Pressemitteilung mit.
Weltweit werden jährlich mehr als 90.000 Blutstammzelltransplantationen durchgeführt – doch für viele Betroffene mit Leukämien, seltenen Immundefekten oder schweren Autoimmunerkrankungen bleibt ein passender Spender schwer zu finden. Dazu kommt ein weiteres Problem: Blutstammzellen aus dem Knochenmark verlieren außerhalb des Körpers ihre wichtigsten Eigenschaften: Sie können sich weder selbst erneuern noch alle Blutzelltypen hervorbringen. Ein zuverlässiges Herstellungsverfahren gibt es bislang weltweit nicht.
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Projekt will „neue Infrastruktur für Medizin der Zukunft“ schaffen
Genau das will das Projekt „Smartibone“ ändern. Prof. Dr. Nico Lachmann von der MHH-Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie leitet das Vorhaben gemeinsam mit Forschenden der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mithilfe knochenmarksähnlicher Organoide sollen funktionelle Blutstammzellen künftig in großer Zahl produziert werden. Im kleinen Maßstab klappt das bereits.
Lachmann zufolge verfolgt das Team zwei Ziele: neue Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen und eine „neue Infrastruktur für die Medizin der Zukunft“ aufzubauen. Die Laborstammzellen sollen Spenderzellen ergänzen und zugleich als Forschungsressource dienen. Die Arbeiten laufen im Zentrum für Zell- und Gentherapien der MHH, im Exzellenzcluster Resist und im Deutschen Zentrum für Lungenforschung.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt mit einer Million Euro. Der Start ist für November 2026 geplant.