Sechs Seen gesperrt
Hirnfressende Amöben in Urlaubsland nachgewiesen
16.10.2026 – 14:37 UhrLesedauer: 2 Min.
In sechs mexikanischen Seen leben hirnfressende Amöben, die Gegend ist auch bei deutschen Touristen beliebt. Ein Mann ist tot – die Behörden sagen, die Bevölkerung solle nicht in Panik geraten.
Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán haben die Behörden sechs künstlich angelegte Seen gesperrt. Alle Gewässer befinden sich in der Stadt Mérida und werden für Freizeitaktivitäten wie Wasserski, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling genutzt.
Die Seen waren nach dem Tod eines Wasserskilehrers untersucht worden. Der 34-Jährige starb im September nach einer Infektion mit sogenannten hirnfressenden Amöben der Art Naegleria fowleri. Einzeller dieser Gattung wurden nun in den künstlichen Seen festgestellt.
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Die gesperrten Seen befinden sich lokalen Medienberichten zufolge mehrere Kilometer voneinander entfernt. Sie wurden mit Hinweisen versehen, dass niemand mit dem Wasser in Kontakt kommen soll. Desinfektionsmaßnahmen seien eingeleitet worden, hieß es.
Yucatáns Leiter für Gesundheitsschutz rief die Bevölkerung auf, nicht in Panik zu geraten. Er versicherte, dass die Situation unter Kontrolle sei.
Yucatán – auch bei deutschen Touristen beliebt
Die Halbinsel Yucatán ist auch für deutsche Touristen ein beliebtes Reiseziel. Zu den Attraktionen gehören die Maya-Ruinen von Chichén Itzá. Mérida ist ein sehr beliebtes Reiseziel am Golf von Mexiko, rund anderthalb Autostunden von Chichén Itzá entfernt.
Infektionen mit dem Parasit Naegleria fowleri sind extrem selten, verlaufen jedoch fast immer tödlich. Laut dem Robert Koch-Institut ist der Organismus besonders in den Subtropen und Tropen verbreitet.
Der Parasit breitet sich hauptsächlich in warmen Gewässern aus und kann beim Schwimmen über die Nase in das Gehirn eines Menschen gelangen. Dort kann er Hirnhautentzündungen hervorrufen, die in den meisten Fällen zum Koma und schließlich zum Tod führen.