Am Flughafen Köln/Bonn
Zoll öffnet Koffer – und findet Dutzende Giftschlangen
16.10.2026 – 04:56 UhrLesedauer: 1 Min.
Zöllner stoßen bei einer Kontrolle auf mehr als 90 lebende Reptilien. Die Tiere steckten in Shampooflaschen.
Am Flughafen Köln/Bonn hat der Zoll im Koffer eines Reisenden mehr als 90 lebende Giftschlangen und Echsen entdeckt. Der Fund liegt bereits drei Wochen zurück, wie das Hauptzollamt Köln am Donnerstag mitteilte.
Der 45-jährige Mexikaner war aus Mexiko-Stadt über Istanbul nach Köln geflogen. Als er am Abend den grünen Ausgang passieren wollte, kontrollierten Zöllner sein Gepäck. Der Mann verhielt sich auffällig nervös und machte widersprüchliche Angaben zu seinem Reiseziel.
Ein Drogenwischtest an seinen Händen schlug positiv auf Kokain an. Die Beamten suchten daraufhin gezielt nach Drogenverstecken im Koffer. Als eine Zöllnerin eine Shampooflasche öffnete, fand sie darin mehrere lebende Schlangen.
Insgesamt entdeckten die Beamten 37 Giftschlangen und 55 Echsen. Die Tiere steckten in Shampooflaschen, Cremeflaschen, Kunststoffdosen und Sockenknäueln. Drogen fanden die Zöllner weder im Gepäck noch bei dem Mann.
Der Reisende habe die Tiere als Gefallen für einen brasilianischen Bekannten transportiert, gab er laut Zoll an. Er sei von Beruf Feuerwehrmann. Um welche Arten es sich handele, habe er nicht gewusst.
Ein Veterinär der Stadt Köln organisierte noch in der Nacht die Versorgung der Reptilien. Die Schlangenfarm Schladen bei Braunschweig übernahm die Pflege. Experten stellten fest: Es handelt sich um Vipern, Klapperschlangen, Stachelleguane, Salamander, Baumschleichen und Eidechsen. Einige Tiere überlebten den Transport ohne Wasser und Nahrung nicht.
Die Bundespolizei verweigerte dem Mann die Einreise. Am nächsten Morgen flog er zurück nach Istanbul. Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen.