Zuckersteuer auf Getränke
Leserstimmen fordern Mittel für Gesundheitsvorsorge
Aktualisiert am 14.10.2026 – 17:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Gesetzesentwurf zur Zuckersteuer auf den Weg gebracht. t-online-Leser finden das mehrheitlich gut.
Ab Juli 2027 gilt die Zuckersteuer für Limonaden, Energydrinks, Fruchtnektare und Sirupe. Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter fällt ein Steuersatz von 26 Cent pro Liter an, ab acht Gramm 32 Cent. Die Steuer soll der Gesundheit dienen und die gesetzliche Krankenversicherung entlasten.
In der t-online-Debatte diskutieren Leser darüber, ob die Zuckersteuer eine gute Idee ist. Bei der Abstimmungsfrage wählte mit 57 Prozent die Mehrheit von 280 Personen (Stand 14 Uhr) die Option „Ja“, 42 Prozent wählten „Nein“. Nur ein Prozent war unentschieden.
Zustimmung mit Blick auf die Gesundheit
Befürworter der Steuer hoffen auf weniger Zuckerkonsum und eine Förderung der Gesundheit, insbesondere bei Kindern. Nach Ansicht von Angelika Sorgenicht-Koppmann schadet ihnen der Konsum von stark gesüßten Getränken: „Da andere Suchtmittel auch stark besteuert werden, ist diese Steuer durchaus gerecht und kann mit Sicherheit schwere Zahnschäden, Adipositas und Diabetes schon im Kindesalter eindämmen.“
Hans-Georg Becker zieht einen Vergleich zu Großbritannien: Dort hätten Forschende nach Einführung der Zuckersteuer einen Rückgang von Kariesbehandlungen und Zahnoperationen bei Kindern festgestellt.
Andere Leser sehen die Abgabe als Druckmittel, um die Industrie zur Senkung des Zuckergehalts von Getränken zu bewegen. Thomas Hartung verweist in dieser Hinsicht ebenfalls auf Großbritannien und schreibt, die Steuer habe dort dazu geführt, dass der Zuckergehalt in Softdrinks deutlich reduziert wurde.
Peter Danneberg fände es sinnvoller, wenn nicht die Verbraucher, sondern die Getränkeindustrie selbst die Steuer bezahlen müsste, und Ehrenfried Döbl würde sich ein Gesetz wünschen, das vorschreibt, wie hoch der Zuckeranteil sein darf.
„Sklave unserer Instinkte“
Manchen Lesern geht die Abgabe bei Getränken nicht weit genug. Horst Dickehut fragt, warum nicht auch Snacks mit hohem Zuckergehalt einbezogen würden. Christian Michael fordert eine Steuer auf zugesetzten Zucker in sämtlichen Lebensmitteln und verweist beispielsweise auf Ketchups und Grillsoßen. Er ist der Meinung: „Wenn es um Geschmack geht, sind wir Sklave unserer Instinkte.“
Manche Leser, die eine Zuckersteuer grundsätzlich unterstützen, befürchten, dass die Einnahmen nicht der Gesundheitsvorsorge oder den Krankenkassen zugutekommen. Frank Holderith findet, dass das Geld in Aufklärung, Präventionskurse und Gesundheitsförderung fließen sollte. Susanne Kerstan fordert, der Ertrag solle vollständig an die Krankenkassen gehen, und Amely Lißner meint, die Verwendung des Geldes zur Gesundheitsförderung müsse festgeschrieben werden.
„Eigenverantwortung statt Bevormundung!“
Gegenstimmen unter den Lesern kritisieren staatliche Eingriffe in die persönliche Entscheidungsfreiheit. Frank Nowak fürchtet, dass in Zukunft immer mehr Lebensbereiche besteuert würden, und fordert: „Eigenverantwortung statt Bevormundung!“