Messi vor emotionalem Spiel
Bei seinem Abschied ist auch ein Deutscher dabei
06.10.2026 – 14:07 UhrLesedauer: 4 Min.

Lionel Messi läuft ein letztes Mal für Argentiniens Nationalmannschaft auf. Mit dem Team hat er die höchsten Höhen erreicht, dabei verlief ausgerechnet schon der Start unglücklich.
Zum Ende der aktuellen Länderspielpause spielt Vizeweltmeister Argentinien in der Nacht auf Mittwoch (ab 1 Uhr deutscher Zeit) vor heimischer Kulisse gegen Benin, den 89. der Fifa-Weltrangliste. Was sich wie ein unspektakuläres Freundschaftsspiel liest, wird für alle Beteiligten, für ganz Argentinien, vielleicht sogar für die ganze Fußballwelt ein historisches Ereignis: Lionel Messi läuft dann zum 208. und letzten Mal für die „Albiceleste“ auf.
Wenige Wochen nach dem verlorenen WM-Finale verkündete er seinen Rücktritt. „Es war eine Entscheidung, die mir in der Seele wehgetan hat und immer noch wehtut“, schrieb der 39-Jährige auf Instagram. „Aber ich verstehe, dass es an der Zeit ist.“ Messi verabschiedet sich als Argentiniens Rekordnationalspieler und Rekordtorschütze – auf einer Stufe mit Nationalheld Diego Maradona, mindestens. Mit Messi verabschiedet sich der wohl größte Fußballer des Jahrtausends, wenn nicht gar der Geschichte, gemessen an seinen großen Erfolgen und den Einordnungen von zahlreichen Experten.
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Allein achtmal wurde „La Pulga“, zu Deutsch „der Floh“, als Weltfußballer ausgezeichnet. Mit seinen Vereinen gewann er alle nur erdenklichen Trophäen, die meisten davon mehr als nur einmal. Kein Profifußballer hat mehr Titel geholt als Messi – und natürlich zählen dazu auch große Erfolge mit der Nationalmannschaft. 2021 und 2024 führte er Argentinien zum Gewinn der Copa América, der Kontinentalmeisterschaft in Südamerika. Dazwischen liegt sein größter Triumph: der WM-Sieg 2022.
Deutscher Schiri stellte Messi beim Debüt vom Platz
Jene Nächte lieferten Bilder, die dem Gros der Fußballfans bekannt sind. Doch gerade im Dress der argentinischen Nationalmannschaft hat Messi auch ganz andere Tage erlebt. Bezeichnend dafür ist sein Debüt. Am 17. August 2005 lief er erstmals für die Nationalelf auf. Gegen Ungarn wurde der damals 18-Jährige in der 64. Minute für Lisandro López eingewechselt. 47 Sekunden später war Messis Arbeitstag schon wieder beendet: Schiedsrichter Dr. Markus Merk zeigte ihm die Rote Karte. Der Deutsche hatte eine vermeintliche Tätlichkeit erkannt.

„Ich hätte nicht gedacht, dass er dafür eine Rote Karte bekommt“, erinnerte sich Gegenspieler Vilmos Vanczák an den Platzverweis. Der Ungar hatte von hinten an Messi gezerrt. Der Jungspund versuchte, sich mit seinen Armen etwas freizurudern – er traf den Ungarn an der Brust und minimal am Hals, nicht aber im Gesicht. Lothar Matthäus war seinerzeit als ungarischer Nationaltrainer live dabei. „Alle sprachen schon vorher nur über den Wunderjungen vom FC Barcelona, der sein Länderspiel-Debüt geben sollte“, erinnerte er sich später. Trotz des Platzverweises „war es der Beginn einer gigantischen internationalen Karriere“.