Höhere Steuern und Abgaben
Beliebte Reiseziele bitten Touristen zur Kasse
27.09.2026 – 15:02 UhrLesedauer: 3 Min.
Zahlreiche europäische Städte verlangen von Gästen eine Bettensteuer. Auch im kommenden Jahr wird es für Touristen vielerorts teurer.
Fünf Millionen Euro hat Venedig im vergangenen Jahr an Eintrittsgeldern von Tagestouristen eingenommen. Im kommenden Jahr könnten Touristen noch einmal mehr Geld in die Stadtkasse spülen. Denn die Lagunenstadt überlegt, den Eintritt für Tagestouristen deutlich zu erhöhen. Bezahlten Touristen bislang an bestimmten Tagen zehn Euro, könnten künftig 30 Euro fällig werden.
Mit dieser Maßnahme will Bürgermeister Simone Venturi den Massentourismus in Venedig stärker regulieren. Die bisherige Gebühr erscheint offenbar als zu niedrig, um tatsächlich einen Effekt zu haben. Ob Venturi mit seinen Plänen Erfolg hat, bleibt abzuwarten – eine Zustimmung durch die italienische Regierung ist Voraussetzung.
Venedig ist jedoch nur eines von vielen Beispielen. Immer mehr Städte entdecken Touristen als zusätzliche Einnahmenquelle oder versuchen auf diese Weise, dem Tagestourismus Einhalt zu gebieten. In zahlreichen europäischen Städten steigen auch 2027 die Gebühren für Touristen. Ein Überblick:
Amsterdam

Ob Grachtenfahrt, ein Besuch im Van-Gogh-Museum oder einfach ein Bummel durch die Stadt bei Stroopwafels und Pommes: Amsterdam steht bei Touristen sehr hoch im Kurs. 9,5 Millionen besuchten die niederländische Kapitale im vergangenen Jahr – das waren noch einmal zwei Prozent mehr als im Vorjahr.
Dabei hat Amsterdam bereits heute eine der höchsten Touristensteuern. 12,5 Prozent zahlen Touristen auf den Übernachtungspreis. Wer also ein Zimmer für 100 Euro bucht, zahlt 12,50 Euro Steuer. Diese wird sich zum 1. Januar 2027 auf 16 Prozent erhöhen.
Damit ist jedoch weiterhin nicht Schluss. In den folgenden Jahren wird die Kurtaxe weiter erhöht, bis sie 2031 schließlich 20 Prozent betragen soll. Wer also 200 Euro für sein Zimmer zahlt, muss künftig pro Nacht 40 Euro Steuern zahlen.
Bei der Höhe der Tourismussteuer liegt Amsterdam europaweit an der Spitze. Künftig könnte die niederländische Stadt auch weltweit einen Spitzenplatz einnehmen.
Wien

Auch Wien zog im vergangenen Jahr deutlich mehr Gäste an: 8,57 Millionen strömten in die österreichische Hauptstadt – fünf Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. 2025 war somit das erfolgreichste Jahr der Wiener Tourismusgeschichte – vor allem bei deutschen Touristen stehen Stephansdom, Schloss Schönbrunn und Kaffeehauskultur hoch im Kurs.
Seit 1. Juli dieses Jahres zahlen Touristen fünf Prozent des reinen Übernachtungspreises als Bettensteuer – zuvor lag die Bettensteuer noch bei 3,2 Prozent. Im kommenden Jahr soll die Bettensteuer zum 1. Juli dann auf acht Prozent steigen. Bei einem reinen Übernachtungspreis – also dem Zimmerpreis ohne Mehrwertsteuer und Frühstück – von 100 Euro pro Nacht müssten ab kommenden Juli somit acht Euro an Steuern gezahlt werden.