Streit um Zeugenaussage
Blocks Ex-Anwalt darf kaum reden – dann wird er deutlich
Aktualisiert am 21.09.2026 – 14:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Otmar Kury kehrt als Zeuge in den Block-Prozess zurück. Wegen seiner Schweigepflicht kann der frühere Verteidiger kaum Auskunft geben. Am Ende äußert er sich dennoch zu Christina Block.
Mehr als ein Jahr nach seinem Ausscheiden als Verteidiger von Christina Block ist Otmar Kury in den Hamburger Gerichtssaal zurückgekehrt, diesmal als Zeuge. Wegen seiner Schweigepflicht konnte der 70-Jährige am 75. Verhandlungstag allerdings kaum Auskunft geben. Zum Abschluss sagte er, seine frühere Mandantin sei unschuldig.
„An dieser Position hat sich nichts geändert“, erklärte Kury vor dem Landgericht Hamburg. Bereits zu Beginn des Prozesses im Juli 2025 hatte er als Blocks Verteidiger deren Unschuld betont.
Kury erschien im grauen Anzug mit Einstecktuch und einem silbernen Koffer zur Verhandlung. Vor sich legte er einen großen Stapel Unterlagen. Zu seiner früheren Mandantin, die er zu Prozessbeginn noch als „die Dame Block“ bezeichnet hatte, blickte er nicht.
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Schweigepflicht schränkt Kurys Aussage ein
Geladen worden war der ehemalige Präsident der Hamburger Rechtsanwaltskammer auf Antrag eines mitangeklagten deutschen Sicherheitsunternehmers. Dabei sollte es unter anderem um ein Gespräch Anfang Januar 2024 gehen, an dem Kury nach Angaben des Mitangeklagten beteiligt gewesen sein soll.
Kury sagte, er habe noch einmal in seinen Akten nachgesehen. Darin habe er Vorgänge „minutengenau“ festgehalten. Zu deren Inhalt könne er jedoch nichts sagen, weil sie seiner anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht unterlägen. Christina Block hatte ihn davon nicht entbunden.
Im Gerichtssaal wurde daraufhin ausführlich darüber diskutiert, welche Fragen Kury überhaupt beantworten durfte. Als er selbst dazu etwas erklären wollte, unterbrach ihn die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt. Er sei als Zeuge geladen, sagte sie. Kury musste den Saal zwischenzeitlich wieder verlassen.
Vernehmung nach rund einer halben Stunde beendet
Nach etwa 30 Minuten war Kurys Vernehmung vorbei. Zum eigentlichen Gegenstand konnte er wegen seiner Schweigepflicht kaum Angaben machen. Vor seiner Entlassung wiederholte er jedoch seine bereits zu Prozessbeginn vertretene Position: Block sei unschuldig.
Die Unternehmerin hatte sich bereits nach wenigen Prozesstagen von Kury getrennt. Damals erklärte sie, ihre und Kurys „beiden Welten“ seien sehr unterschiedlich. Seine fachliche Kompetenz stellte sie ausdrücklich nicht infrage.
Block wird vorgeworfen, nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre damals zehn und 13 Jahre alten Kinder vom Wohnort ihres Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu bringen. Sie bestreitet den Vorwurf. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.