Mysterium Michael Olise
Nur eine Person kann vor Kameras mit ihm sprechen
Aktualisiert am 13.09.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 6 Min.

Michael Olise schießt mehr Tore, als er Worte in Interviews sagt. Was steckt dahinter?
Am Donnerstagabend verblüffte Michael Olise die Fußballwelt einmal mehr. Erst mit zwei Toren beim 5:0-Sieg des FC Bayern gegen Bodø/Glimt zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison. Dann mit einem Interview. Als offizieller Spieler des Spiels musste er aufgrund der Uefa-Regularien zu einem Reportergespräch. Wie sehr es ihm widerstrebt, vor laufenden Kameras mit Journalisten sprechen zu müssen, zeigte er auch dieses Mal.
Olise ließ den DAZN-Reporter mit den üblichen kurzsilbigen und schmallippigen Antworten verzweifeln. Es entstand ein kurioser Dialog, wenn man den überhaupt so nennen kann, an dessen Ende sich der Reporter nach mehreren vergeblichen Versuchen, überhaupt eine Antwort von Olise zu bekommen, resigniert geschlagen geben musste.
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„Sie machen es mir ganz schön schwer, ein Interview zu führen“, sagte er. Und unternahm einen allerletzten Versuch, sein Gegenüber etwas aus der Reserve zu locken. „Was macht Sie glücklich? Was bringt Sie zum Lachen?“, fragte er. Und bekam von Olise nur einen stoischen, komplett emotionslosen Blick ins Leere als Antwort.
Eine kurze Pressekonferenz
Solche Auftritte sind bei Olise keine Ausnahme. Der Ruf, dass der 24-Jährige Interviews regelrecht hasst und es deshalb eigentlich gar keinen Sinn macht, ihn zu interviewen, eilte ihm bereits vor seinem Wechsel nach München vor zwei Jahren aus seiner Zeit bei Crystal Palace in England voraus. Entsprechende Videos mit kuriosen Kurzantworten von Olise kursierten schon damals in den sozialen Netzwerken. Und auch seine Vorstellungspressekonferenz in München wurde direkt zum viralen Internethit. Die dauerte inklusive einer Kuchen-Übergabe nach der Silbermedaille mit Frankreich bei den Olympischen Spielen und der üblichen Trikotpräsentation insgesamt nicht einmal sieben Minuten.

Olise wurden dabei etliche Fragen gestellt, gleich mehrere davon beantwortete er mit nur einem einzigen Wort. Ein Beispiel: Auf die Frage, ob er lieber Vorlagen geben oder Tore schießen würde, sagte er einfach: „Beides!“ Auch Sportvorstand Max Eberl, der neben ihm saß, musste da schmunzeln und sagte: „Er bringt es auf den Punkt.“ Olise sprach bei der Pressekonferenz so leise, dass seine Stimme trotz des direkt vor ihm positionierten Mikrofons im Presseraum an der Säbener Straße kaum zu hören war. Sein erster öffentlicher Auftritt auf einer Pressekonferenz war in über zwei Jahren in München gleichzeitig auch sein bislang letzter. Mit einem weiteren ist wohl auch nicht mehr zu rechnen, zumindest nicht freiwillig. Auch in der Mixed Zone hat Olise bislang noch nie mit den Münchner Reportern gesprochen und wird das wohl auch niemals tun.