Aus der Gruppe, die schon 2020 mit Ralf Salice suchte, habe sich ein harter Kern entwickelt, der bis heute dabei ist. Die Mitglieder haben eine Website zur Suche nach Scarlett eingerichtet, pflegen die Facebook-Gruppe, koordinieren Hinweise und organisieren Suchaktionen in schwer zugänglichen Bereichen des Schluchtensteigs, den sich Scarlett für die letzte Etappe ihrer Tour vorgenommen hatte.
Nachdem Scarlett damals nicht wie verabredet bei einer Freundin ankam, meldete ihre Familie sie als vermisst. Die Suche nach der jungen Frau war anfangs umfangreich: Polizei, Bergwacht, Feuerwehr, Hundestaffeln, Hubschrauber, Drohnen. Auch in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY… Vermisst“ wurde das Verschwinden thematisiert.
Polizei: Jeden Monat drei bis vier neue Hinweise auf Scarlett Salice
Doch das Todesermittlungsverfahren wurde schließlich zweieinhalb Jahre nach Scarletts Verschwinden eingestellt – weil es keinen Hinweis auf eine Straftat gab, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg erklärte. Es könne weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass die junge Frau in dem steilen, unwegsamen und mit Schluchten durchzogenen Waldgebiet verunglückt ist.
Der Vermisstenfall selbst jedoch sei weiterhin offen. „Der entscheidende Durchbruch fehlt bislang“, so der Polizeisprecher. Monatlich gehen demnach immer noch im Schnitt drei bis vier neue Hinweise ein, die auch weiterhin bewertet werden – insgesamt seien es mittlerweile 641 Hinweise.
„Solange sie nicht gefunden wurde, kann sie noch leben“
Ralf Salice hingegen glaubt nicht an einen Unfall. „Sie hatte eine kurze Hose an – sie wäre nicht in Bereiche gegangen, wo Dornen oder Zecken sind“, meint er. Und: Wenn sie verunglückt wäre, müsste irgendwo etwas von ihr zu finden sein an Ausrüstung oder Kleidung. „Da ist einfach nichts“, so Salice. „Solange sie nicht gefunden wurde, kann sie noch leben.“

Scarlett Salice war ihrem Vater zufolge nicht unerfahren in der Natur. Kurz vor der Schwarzwald-Tour habe sie gemeinsam mit ihrer Mutter den Jakobsweg abgeschlossen – fast 800 Kilometer in sechs Wochen. Sie sei außerdem zuvor mit dem Rucksack in Asien unterwegs gewesen.