Betrieb beendet
Mit Auto und Flieger: Mitarbeiter des Russischen Hauses sind schon weg
09.09.2026 – 18:09 UhrLesedauer: 3 Min.

Am 1. September verkündete die Bundesregierung, dass der Vertrag zum Betrieb des Russischen Hauses gekündigt wird. Jetzt geht dort alles ganz schnell. Es gab schon einen Abschied zu Klängen der Russischen Nationalhymne.
Es war kurz nach 10 Uhr am Dienstag, als im Hof des Russischen Hauses kurz zuvor beladene Autos mit Diplomatenkennzeichen hupend losfuhren, während die Russische Nationalhymne erklang. Ein improvisierter kleiner Festakt für einen Abschied auf unbestimmte Zeit. Im Eingang des offiziell als Kulturinstitut bezeichneten Hauses hingen da schon Zettel: „Wir sagen nicht tschüss, sondern auf Wiedersehen.“ Die Führung der russischen Regierungsagentur hat Deutschland verlassen – per Flugzeug, aber auch in Autos, beladen mit Gegenständen und Ausrüstung aus dem Gebäude.
Andere Russen hätten geholfen, die „wertvollsten Besitztümer“ zu sichern, sagte ein Mitarbeiter des Russischen Hauses am Dienstagabend in Belarus, wohin er mit dem Auto gefahren war. Was da so wertvoll war, um es direkt aus Deutschland zu bringen, blieb unklar. Ein Teil der Gegenstände werde noch per diplomatischem Kurierdienst versandt, zitierte das russische staatliche Auslandsnachrichtenportal Sputnik Belarus den Mann, der „Berater“ gewesen sei.
Er kam nach acht Stunden Autofahrt über Polen mit vier weiteren Beschäftigten in der belarussischen Stadt Brest an. Von dort reisen sie weiter nach Moskau. Sie seien auf die Entscheidung vorbereitet gewesen, sagte er. „Das Einzige, was uns überrascht hat, war natürlich die Frist, die uns die deutschen Behörden zum Packen gegeben haben: sieben Tage.“
- Polizei mit Härte gegen Gegner: Gewalt am Russischen Haus
- Viele Verfahren: Russisches Haus kämpft mit Anzeigen gegen Protest
Am 1. September hatte die Bundesregierung verkündet, dass das Generalkonsulat in Bonn am 18. September schließen muss und dass ein Vertrag zum Betrieb des Russischen Hauses gekündigt wird. Vorausgegangen war, dass die Bundesregierung Russland für den Zwischenfall mit Drohnen und Sprengstoff am Flughafen Leipzig verantwortlich machte. Demonstranten hatten nach Russlands Angriffskrieg in der Ukraine schon lange die Schließung gefordert.
Sechs flogen am Dienstag nach Moskau
Die aus Russland entsandten Mitarbeiter des Russischen Hauses bekamen in der vergangenen Woche ein Ultimatum, mit ihren Familien zurück nach Russland zu reisen. Das Detail wurde in der vergangenen Woche durch eine Stellungnahme der russischen Botschaft bekannt.
Die kommissarische Leiterin des Hauses, Svetlana Nekrassowa, traf am Dienstagabend am Flughafen Moskau-Wnukowo in einer Gruppe von sechs Personen ein, darunter zwei Kinder. Drei weitere Personen, die Deutschland verlassen mussten, kamen in Nischni Nowgorod an.
