Ab Oktober
Hochfrequentierte Strecke: 80 Minuten mehr Fahrzeit für ein Jahr
09.09.2026 – 10:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Ab Oktober saniert die Bahn die Strecke zwischen Berlin und Lehrte bei Hannover. Fahrgäste müssen erheblich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.
Fernreisende zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin müssen ab Oktober für rund 14 Monate fast eineinhalb Stunden mehr Fahrzeit einplanen. Die Deutsche Bahn hat ein Umleitungskonzept für die Generalsanierung der Strecke Berlin–Lehrte vorgelegt, das nach Bahnangaben ab Oktober in Kraft tritt.
Demnach werden vom 2. Oktober an bis Dezember des kommenden Jahres sämtliche Fernzüge zwischen Berlin und Hannover über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Das betrifft insbesondere die Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die über Hannover fahren. Die Fahrzeit verlängert sich damit den Angaben zufolge um 80 Minuten. Am Tag sollen pro Zwei-Stunden-Zeitraum jeweils drei Fernzüge pro Richtung unterwegs sein.
Verzögerungen bei Stammbahn-Elektrifizierung
Eigentlich sollte ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember zumindest ein Teil der Fernzüge wieder auf direktem Weg zwischen Berlin und Hannover fahren, und zwar eingleisig über die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufenden Stammbahn. Doch die derzeit laufende Elektrifizierung dieser Ausweichstrecke verzögert sich erheblich und wird den Angaben der Bahn zufolge ebenfalls bis Dezember 2027 dauern – ein Jahr länger als ursprünglich geplant.
Unklar blieb zudem, was mit den Halten Stendal und Wolfsburg passiert. Halteoptionen würden derzeit geprüft, teilte die Bahn mit.
Die rund 227 Kilometer lange Strecke Berlin-Lehrte soll zwischen Oktober dieses Jahres und Dezember 2027 umfassend saniert und dafür vollständig gesperrt werden. Weichen, Gleise und Oberleitungen werden erneuert. Der Fernverkehr auf der hochbelasteten Strecke soll damit mittelfristig wieder zuverlässiger und pünktlicher unterwegs sein.
Erhebliche Einschränkungen für Reisende
Für Reisende bedeutet das bis dahin erhebliche Einschränkungen – auch im Nahverkehr. Die Bahn will eigenen Angaben zufolge ein „verlässliches Grundangebot“ bereitstellen. „Dort, wo keine Züge fahren können, sind leistungsfähige Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen, um die Auswirkungen notwendiger Fahrplananpassungen für Reisende möglichst gering zu halten“, hieß es. Die Züge würden möglichst nah an den gesperrten Streckenabschnitt herangeführt. Ein detaillierteres Konzept werde derzeit ausgearbeitet.
Der Güterverkehr wird den Angaben zufolge ebenfalls über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Die Strecke soll für die deutlich höhere Auslastung in den kommenden Wochen umfangreich vorbereitet werden. „Ab Ende Januar 2027 steht für Güterzüge eine zusätzliche zweite Umleitungsstrecke über Halle -Eichenberg zur Verfügung, die derzeit modernisiert und ausgebaut wird“, hieß es. Dafür verschiebe die Bahn dort für den Sommer 2027 geplante Bauarbeiten.
Mit den Generalsanierungen will die Deutsche Bahn bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 stark ausgelastete Streckenkorridore umfassend sanieren und damit wieder für mehr Zuverlässigkeit im Netz sorgen. Nach Verzögerungen und Problemen bei zuletzt zwei solcher Sanierungsprojekte hat Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt, das Konzept zu überprüfen und Zeitpläne anzupassen.