Smart Meter
Zweifelhafte Angebote: N-ERGIE warnt vor irreführenden Anschreiben
02.09.2026 – 18:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Müssen Nürnberger sich schnellstmöglich um den Einbau von digitalen Zählern kümmern? Ein irreführendes Schreiben legt das nahe. Nun warnen auch die Stadtwerke.
Es ist ein Termin, der nahezu jedem Menschen bekannt sein dürfte: Die Ablesung. Einmal im Jahr kommt ein Techniker, um den Stromverbrauch abzulesen. Vermieter erstellen dann eine Kostenabrechnung und je nach Verbrauch müssen Mieter nachzahlen oder bekommen eine Rückzahlung. Das gilt übrigens auch für den Wasser- und Heizenergieverbrauch.
Diese Werte werden künftig noch genauer und aktueller, denn sogenannte Smart Meter übermitteln die Werte einfach und tagesaktuell per Funk.
Doch mit dem technologischen Fortschritt kommen auch zweifelhafte Angebote: So warnt die N-ERGIE, die Nürnberger Stadtwerke, aktuell vor „Massen-Anschreiben eines Anbieters“. Was hat es damit auf sich?
Verwirrung um Einbau von Smart Metern
Bis 2032 sollen alle Haushalte mit den neuen, digitalen Zählern ausgestattet sein. Wer also eine oder mehrere Immobilien besitzt, muss bis dahin die alten, mechanischen Messgeräte austauschen lassen. Ersetzt werden diese durch die Smart Meter, die den aktuellen Stromverbrauch stets genau an den jeweiligen Versorger – wie eben die N-ERGIE – übermitteln sollen. Viele Modelle kommen außerdem mit einer kleinen, digitalen Anzeige für die Verbraucher, damit man seinen Energieverbrauch immer aktuell im Blick hat.
Mehrere Versorger, darunter die N-ERGIE, die Stadtwerke München (SWM) oder Anbieter von Smart Metern wie Enpal erklären: Wann die alten, mechanischen Zähler ausgetauscht werden müssen, hängt vom jeweiligen Versorger ab und wird dem Eigentümer schriftlich mitgeteilt.
Das ist allerdings nicht allen bekannt. Derzeit herrscht bei vielen Kunden der N-ERGIE Verwirrung, wie das Unternehmen am Dienstag (1. September) mitteilte. Denn in seinem Versorgungsgebiet hätten sich zahlreiche Kunden gemeldet, die durch Briefe über einen angeblich dringenden Einbau von Smart Metern verunsichert worden seien.
Messgeräte-Firma schreibt an Nürnberger Haushalte
Verantwortlich für die Schreiben ist die Deutsche Messwesen GmbH, ein Unternehmen der Metrify Smart Metering GmbH. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine offizielle Behörde oder Agentur, sondern um einen privaten Anbieter.
Die N-ERGIE spricht von einem „behördlich wirkenden Anschreiben eines Anbieters mit offiziell klingendem Namen“. Demnach werde in dem Schreiben suggeriert, die Empfänger müssten schnellstmöglich Smart Meter einbauen lassen. Das Schreiben hätte Handlungsdruck suggeriert.
Briefe in Nürnberg sind kein Einzelfall
Nürnberg ist kein Einzelfall: Auch die SWM warnen vor diesen Schreiben, die Verbraucherzentrale Niedersachsen schrieb bereits Ende August von ähnlichen Briefen im Raum um Hannover. Demnach würden die Briefe den Eindruck erzeugen, „dass für die Adressen eine Smart Meter Installation konkret geplant sei, es handelt sich jedoch bloß um ein Informationsschreiben über die Möglichkeit hierzu.“