Ausländische Mediziner
Ärztepräsident kritisiert AfD-Forderung
28.08.2026 – 03:08 UhrLesedauer: 1 Min.
Klaus Reinhardt wehrt sich gegen AfD-Kritik an ausländischen Ärzten. Er warnt vor politischer Instrumentalisierung.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich gegen Kritik der AfD an ausländischen Ärzten gewandt. Reinhardt widersprach deutlich. Ausländische Ärzte seien bereits heute unverzichtbar. „Sie werden dringend gebraucht“, sagte er der Funke Mediengruppe. Sie arbeiteten in Krankenhäusern, Reha-Kliniken und in der ambulanten Versorgung im ländlichen Raum.
Die AfD macht den Ärztemangel auf dem Land zum Wahlkampfthema. Im September finden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern statt.
Im AfD-Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt heißt es, ausländische Ärzte seien „wegen der Sprachbarriere und kulturellen Differenzen oft kaum geeignet, unsere Bürger richtig zu behandeln“. Die Partei wolle „alles dafür tun, künftig nicht mehr auf ausländische Ärzte angewiesen zu sein“.
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Forderung nach mehr Studienplätzen
Reinhardt räumte ein, die Arztsuche sei in manchen Regionen schwieriger geworden. Gleichzeitig kritisierte er die AfD-Parole „Medizinstudenten statt Importärzte“. „Von solchen plakativen Zuspitzungen halte ich nichts“, sagte er.
Deutschland brauche ausreichend Studienplätze, sagte Reinhardt. Es müsse aber auch ausländischen Ärzten die Möglichkeit geben, hier zu arbeiten. Reinhardt warnte vor politischer Instrumentalisierung des Ärztemangels. „Verunsicherung und politische Instrumentalisierung machen es nicht besser, sondern schlimmer, egal aus welcher politischen Richtung sie kommen.“