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Home » Bauern schlachten Kühe wegen Dürre
Leben

Bauern schlachten Kühe wegen Dürre

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 24, 2026
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Zahlreiche Notschlachtungen

Verband warnt vor „Milchkrise“


24.08.2026 – 15:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Kühe auf der Weide (Symbolbild): Die Tiere müssen versorgt werden, damit sie Milch geben können. (Quelle: IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER/imago)

Vertrockneter Mais und leere Weiden treiben Bauern in Baden-Württemberg und Bayern zum Griff an die Futtermittelreserven. Verbände warnen vor einer Milchkrise und wachsendem Druck auf die Betriebe.

Der Klimawandel zeigt seine Folgen deutlich: Durch die Hitzewelle sind zahlreiche Wiesen in Süddeutschland vertrocknet. Es wächst kaum etwas nach. Für die dortigen Milchbauern könnte das zum Problem werden, wie die „Lebensmittelzeitung“ (LZ) und die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichten. Denn das Futter für die Kühe vor Ort wird knapp. Einige Landwirte greifen daher zu einem drastischen Schritt: Sie geben ihre Tiere zur Schlachtung frei, weil sie sie nicht mehr versorgen können.

Tiere „frühzeitig zur Schlachtung“

Bereits vor einer Woche warnte der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) vor einer verheerenden Situation für die Landwirte. Neben den vertrockneten Wiesen und Weiden sei auch der Silomais, ein wichtiges Futtermittel, auf den Feldern vertrocknet oder gänzlich ausgefallen. Tierhalter seien gezwungen, bereits jetzt ihre Reserven an ihre Tiere zu verfüttern. Die Konsequenzen sind spürbar: „In mehreren Regionen werden Tiere aufgrund der angespannten Futtersituation frühzeitig zur Schlachtung gegeben“, sagt Dominik Modrzejewski vom LBV. In Schwäbisch Hall soll es bereits Wartelisten an den Schlachthöfen geben. In den Kreisen Esslingen und Reutlingen wurden schon bis zu 15 Prozent der Tierbestände verkauft.

Ein Betroffener ist Harald Gronbach. Der Landwirt aus Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) sagt der dpa, ältere Kühe sowie Tiere, die sich weniger für die Zucht eigneten, habe er schlachten lassen. „Wir sehen ja, dass die Futtergrundlage nicht ausreicht. Bis Herbst muss es regnen, sonst ist die Existenz des Betriebs auch bedroht.“

Kein Futter für den Winter

Ähnlich sieht die Lage in Bayern aus. Die Betriebe berichten „von massiven Auswirkungen der Trockenheit und Hitze“. Betroffen sind laut dem Bayerischen Bauernverband vor allem Grünland und Getreide, aber auch Mais und Kartoffeln. Auch in dem Bundesland werde bereits zugefüttert, heißt es. Das wiederum hat zur Folge, dass kein Futter für den Winter eingelagert werden kann. „Viele Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter planen daher bereits aktiv die Futterkalkulation bis Jahresmitte 2027 und, wo sinnvoll, auch eine Anpassung der Tierbestände“, erklärt der Verband.

Bauernverband warnt vor „Milchkrise“

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) spricht bereits von einer „Milchkrise“ und kritisiert die Politik: „Unsere Betriebe kaufen im September Futter zu. Und was jetzt als Soforthilfe angepriesen wird, sind Kredite – ein Darlehen ist keine Hilfe, sondern eine Schuld mit späterem Fälligkeitsdatum“, sagt Karsten Hansen, Vorsitzender des BDM. Um die Landwirte gegen die Folgen des Klimawandels besser abzusichern, fordert der Verband deshalb schnelles Handeln von der Politik.

Der BDM fasst die Folgen der Krise zusammen: „Milch, die nicht erzeugt wird, verbraucht kein Futter.“

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