Kostenfalle Roaming
Diese Handy-Einstellung kann im Urlaub teuer werden
11.08.2026 – 15:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Die EU hat die Roaminggebühren abgeschafft, vollständig verschwunden sind sie aber nicht. Denn es gibt Lücken, die den Reisenden erst auf der Rechnung auffallen.
Die Verbraucherzentrale NRW warnt Urlauber vor Handykosten, die trotz der EU-Roamingregeln entstehen können. Betroffen sind vor allem Reisende in Grenzregionen sowie Passagiere auf Schiffen und in Flugzeugen.
Der Grundsatz „Roam like at home“ (auf Deutsch: „Roaming wie zu Hause“) gilt in den 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Seit dem 1. Januar 2026 gehören auch Moldau und die Ukraine dazu, das hatte der Rat der Europäischen Union im Juli 2025 beschlossen. Wer dort unterwegs ist, telefoniert, verschickt SMS und surft zu den Konditionen seines deutschen Vertrags.
In Grenznähe wechselt das Handy das Netz
Bei vielen Smartphones ist allerdings die automatische Netzwahl aktiviert. Das Gerät bucht sich dann in das Netz mit dem stärksten Signal ein, auch wenn es einem Anbieter jenseits der Grenze gehört – und dann gelten eben die Roamingpreise dieses Netzes.
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Als Beispiel nennt die Verbraucherzentrale die Schweizer Grenze, wo sich das Handy statt in das deutsche ins schweizerische Netz einbucht. Ebenso möglich ist ein ungewollter Wechsel in Kroatien nahe der Grenze zu Bosnien und Herzegowina oder Montenegro, in Grenzgebieten im Baltikum sowie in Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Griechenland.
Die Verbraucherschützer raten Nutzern, in Grenznähe und auf Reisen durch den Balkan zu prüfen, ob das Gerät noch mit dem Netz eines EU-Landes verbunden ist. Wer sichergehen will, solle die automatische Netzwahl in den Einstellungen abschalten.
Bordnetz auf Schiff und im Flugzeug
Auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und vielen Flügen verkaufen Reedereien und Fluggesellschaften WLAN zu Paketpreisen. Ist die Verbindung schwach, wählen sich Smartphones und Tablets laut Verbraucherzentrale automatisch in das teure Mobilfunknetz an Bord ein.
Kosten entstehen dann auch ohne aktive Nutzung, etwa weil Apps im Hintergrund Daten laden oder E-Mails abrufen. Auch Anrufe über Messenger können teuer werden, wenn sie über das Bordnetz laufen. Dagegen hilft der Flugmodus oder das Abschalten der mobilen Daten.
Automatische Sperre greift nicht immer
Verbindet sich ein Gerät mit einem Satellitennetz oder dem Netz eines Nicht-EU-Staates, soll der sogenannte Kostenairbag vor hohen Rechnungen schützen. Die weltweite Kostenbegrenzung gilt seit 2017. Seit Juli 2022 wurde sie auf Satellitenverbindungen (z. B. auf Schiffen und in Flugzeugen) ausgeweitet: Erreichen die Gebühren 59,50 Euro oder ein selbst gesetztes Limit, warnt der Anbieter und unterbricht die Datenverbindung.










