25 Zivilisten tot
Massengrab im Sudan entdeckt
11.08.2026 – 10:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Frauen, Kinder und medizinisches Personal sind unter den Toten: In der Nähe der sudanesischen Stadt Kurmuk wurde ein Massengrab entdeckt. Es wirft neue Fragen zu Verbrechen auf.
Nahe der sudanesischen Stadt Kurmuk in der Region Blauer Nil ist ein Massengrab gefunden worden. Es barg 25 Zivilisten, darunter Frauen, Kinder und medizinisches Personal, wie ein lokaler Regierungsvertreter am Sonntag der Zeitung „Sudan Tribune“ mitteilte. Demnach sollen die Opfer von der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces (RSF) hingerichtet worden sein.
Die Entdeckung erfolgte, nachdem das sudanesische Militär (SAF) das Gebiet von der RSF zurückerobert hatte. Zuvor waren bereits ähnliche Massengräber in der Region um die Hauptstadt Khartum und im Bundesstaat al-Gezira gefunden worden.
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Massengrab wirft neue Fragen zu RSF-Verbrechen auf
Abdel Aty Mohamed al Faki, Kommissar von Kurmuk, sagte in einer Erklärung, dass Armeeangehörige die Gräber bei großangelegten Operationen im nordöstlichen Teil der Stadt gefunden hätten. Laut El Faki wurden die Opfer in der Nähe des Jebel Fankat hingerichtet, einem Hügel, den die RSF während ihres Angriffs auf die Stadt als Startrampe für Drohnen nutzte.
Menschenrechtsorganisationen und Anwohner werfen der RSF Gräueltaten während ihrer Besetzung von Kurmuk und benachbarten Gebieten im Blauen Nil vor. Darunter außergerichtliche Tötungen, Plünderungen, Vertreibungen sowie die Zerstörung von mindestens einem Krankenhaus.
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Kurmuk, das an Äthiopien grenzt, war lange Zeit ein Brennpunkt in den Konflikten Sudans und wechselte während der jahrzehntelangen Bürgerkriege des Landes häufig zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen hin und her. Zuletzt hatte die sudanesische Armee Kurmuk am 8. Juli zurückerobert. Die RSF hatte die strategisch wichtige Grenzstadt am 8. März von der äthiopischen Grenze aus gemeinsam mit einer weiteren bewaffneten Rebellengruppe eingenommen.
Seit April 2023 kämpft die SAF unter General Abdel Fattah al-Burhan gegen die paramilitärischen RSF von Mohammed Hamdan Dagalo, genannt „Hemedti“. Beide Seiten hatten 2019 gemeinsam den langjährigen Machthaber Omar al-Baschir gestürzt und 2021 die zivile Übergangsregierung entmachtet, gerieten danach aber über die Machtverteilung und die geplante Eingliederung der RSF in die reguläre Armee aneinander.
Der Konflikt entwickelte sich zu einem landesweiten Krieg, bei dem beide Seiten um die Kontrolle über wichtige Städte, Regionen und Ressourcen kämpfen. Für die Bevölkerung hat der Krieg verheerende Folgen: Millionen Menschen wurden vertrieben, zudem gibt es Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen, Hunger und eine massive humanitäre Krise. Die Dunkelziffer der Todesopfer ist hoch, verschiedene Schätzungen gehen aber von mindestens 150.000 seit 2023 durch den Bürgerkrieg Getöteten aus.










