Vorwürfe gegen die Stadt
Köln soll Hilfe bei 500 Abschiebungen abgelehnt haben
08.08.2026 – 07:38 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Zentrale Ausländerbehörde soll der Stadt Köln Hilfe bei hunderten Abschiebungen angeboten haben. Doch diese habe abgelehnt. Nun wächst die Kritik.
Die Stadt Köln geht einem Vorwurf nach, wonach sie angebotene Unterstützung bei der Abschiebung ausreisepflichtiger Migranten abgelehnt haben soll. Das teilte die Stadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Zuvor hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Am Montag steht eine planmäßige Sitzung des Kölner Hauptausschusses an; die AfD hat dazu eine Aktuelle Stunde beantragt.
Laut Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ bot die Zentrale Ausländerbehörde im Kreis Coesfeld der Kölner Ausländerbehörde 2024 im Auftrag des NRW-Fluchtministeriums an, für etwa 500 ausreisepflichtige Menschen aus Westbalkanstaaten die nötigen EU-Reisedokumente zu beschaffen.
Die Stadtverwaltung habe die angebotene Unterstützung zur Vorbereitung von Abschiebungen abgelehnt. Nun gibt es Kritik daran, dass die Stadt nicht beziffern könne, wie viele Personen auf der Liste das Land tatsächlich verlassen hätten. Die FDP sieht darin ein „strukturelles Kontroll- und Transparenzproblem“.
Gewalt in Köln-Mülheim feuert Debatte an
Die Diskussion gewinnt laut Bericht auch deshalb an Brisanz, weil bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien im Kölner Stadtteil Mülheim am vergangenen Montag vier Menschen durch Schüsse und Stiche verletzt wurden. Angehörige einer der beteiligten Familien sollen auf der Liste der ausreisepflichtigen Personen gestanden haben.
Die sieben im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommenen Verdächtigen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen wieder auf freiem Fuß. Für einen Haftbefehl habe der Tatverdacht bislang nicht ausgereicht.










