Für 120 Millionen Euro
Käufer für leerstehende Benko-Immobilie in München gefunden
07.08.2026 – 07:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Das denkmalgeschützte Hertie-Haus am Münchner Hauptbahnhof soll kurz vor dem Verkauf stehen. Über den neuen Besitzer ist noch nicht viel bekannt.
Das denkmalgeschützte Hertie-Kaufhaus am Münchner Hauptbahnhof steht laut Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ offenbar kurz vor dem Verkauf. Als Käufer gilt die Balfin Group des albanischen Unternehmers Samir Mane. Es handelt sich um einen Mischkonzern, der am Münchner Immobilienmarkt bislang nicht tätig war.
Der Kaufpreis soll zwischen 110 und 120 Millionen Euro liegen. Die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Immobilien Zeitung“ berichteten zuerst über den bevorstehenden Vertragsabschluss. Die Angaben wurden der Zeitung demnach aus Insiderkreisen bestätigt. Insolvenzverwalter Torsten Martini äußerte sich mit Verweis auf seine Verschwiegenheitspflicht nicht, die Balfin Group ließ eine Anfrage unbeantwortet.
Denkmalgeschütztes Gebäude zum Verkauf
Das Gebäude am Bahnhofplatz, auch als „Tietz-Gebäude“ bekannt, wurde 1905 fertiggestellt und gilt als eines der ersten Warenhäuser Deutschlands. Jahrzehntelang saßen dort Kaufhäuser wie Hertie, Karstadt und schließlich Galeria. Die Galeria-Filiale war nach dem KaDeWe in Berlin das zweitgrößte Kaufhaus des Landes. Seit Sommer 2023 steht das Haus leer, im Inneren wurde es bereits entkernt, nach außen hin ist es notdürftig verkleidet.
Das Gebäude gehörte zum Bestand des insolventen Signa-Konzerns von René Benko, der vor gut zwei Jahren zusammenbrach. Insolvenzverwalter Martini suchte seitdem einen Käufer. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte zunächst der Münchner Immobilienunternehmer Erich Schwaiger versucht, das Gebäude zu übernehmen. Die langwierigen Verhandlungen scheiterten jedoch. Damals kursierte eine Summe von etwa 127,5 Millionen Euro.
Benko-Gläubiger sollen hinter dem Deal stecken
Die „Süddeutsche“ berichtet, die Wiener Raiffeisen Bank International sei maßgeblich für den Deal verantwortlich und beruft sich dabei auf Informationen aus Insiderkreisen. Die österreichische Bank gilt als einer der Hauptgläubiger Benkos. Vonseiten der Bank selbst gab es mit Verweis auf das Bankengeheimnis keine Äußerung zu dem Deal.
Was genau die albanische Balfin Group mit dem Gebäude plant, ist nicht bekannt. Die Stadt München hat per Vorbescheid bereits einen möglichen Umbau in Aussicht gestellt: Läden und Gastronomie in den unteren Geschossen, Büros darüber, eine öffentliche Dachbar ganz oben. Ob der neue Interessent diese Pläne aufgreift, ist offen.
Das Hertie-Haus ist die letzte verbliebene Münchner Immobilie aus dem Signa-Bestand. An der Alten Akademie in der Fußgängerzone, einem weiteren Signa-Objekt, läuft die Baustelle bereits wieder – nachdem Projektentwickler Hans Hammer und die Thiele-Stiftung das Gebäude übernommen haben.










