Auf dem Wannsee
Mann beschimpft Gäste auf jüdischem Theaterschiff
04.08.2026 – 13:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann soll Gäste der MS Goldberg vom Motorboot aus antisemitisch beleidigt haben. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung – ein Video zeigt Teile des Vorfalls.
Auf dem Berliner Wannsee hat ein Mann Passagiere und Beschäftigte des jüdischen Kulturschiffs „MS Goldberg“ antisemitisch beschimpft. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz hat den Fall überkommen, bestätigte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten die „Jüdische Allgemeine“ und der „Tagesspiegel“ berichtet.
Der Vorfall ereignete sich am 25. Juli, dem letzten Tag der diesjährigen Gastspiele des Kulturschiffs auf Berliner Gewässern. Ein Mann, der ein Motorboot steuerte, soll die Gäste an Bord beschimpft haben. Das Personal der „MS Goldberg“ erstattete Anzeige.
Video aufgetaucht: „Hoffe, dass ihr das letzte Mal da wart“
Es existiert ein Videoausschnitt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darauf ist unter anderem zu hören, wie der Mann ruft: „Ich hoffe, dass ihr dieses Jahr das letzte Mal da wart.“ Und: „Fahrt zum Gazastreifen. Guckt euch eure Morderei da an.“
Zuvor soll sich der Mann antisemitisch geäußert haben, schreibt der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Augenzeugen.
Anonyme Drohungen auch per Mail und Facebook
Am Tag des Vorfalls sei eine anonyme Mail mit ähnlichem Wortlaut im Postfach der MS Goldberg eingegangen, schilderte ein Teammitglied des Kulturschiffs.
Auch auf Facebook erhielt das Team Post: „Gut, dass der Wannsee wieder sauber ist“, schrieb ein Mann zur Ankündigung des Kulturschiffs über das Ende des Gastspiels. Das Profil zeigt ein Foto von einem Mann, der der Mensch auf dem Motorboot sein könnte.
Der Intendant des Kulturschiffs, Peter Sauerbaum, sagte dem „Tagesspiegel“: „Wir werden uns natürlich durch solche Angriffe nicht einschüchtern lassen.“ Es gelte weiterhin, mit verschiedenen Kulturveranstaltungen auf dem Schiff Vorurteile zu überwinden und damit gegen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie vorzugehen.










