Nach Insolvenz
Münchner Traditionshaus schließt nach 144 Jahren endgültig
30.07.2026 – 05:57 UhrLesedauer: 1 Min.
Nach über einem Jahrhundert ist Schluss: Ein bekanntes Münchner Musikhaus schließt. Wie aus zwei alten Firmen einst ein Traditionshaus wurde.
Das bekannte Münchner Musikhaus in der Sonnenstraße schließt endgültig: Am 31. Juli sperrt Hieber Lindberg in der Sonnenstraße zu. Das Unternehmen hatte im April Insolvenz angemeldet.
Vom Insolvenzverfahren waren rund 44 Mitarbeiter betroffen, deren Gehälter zumindest bis Ende Juni über das Insolvenzgeld abgesichert waren. Insolvenzverwalter war Rechtsanwalt Max Liebig, der bereits vergleichbare Verfahren in München und Umgebung betreut hatte.
Geschichte des Hauses Hieber reicht in München bis 1884 zurück
Als Ursachen für die wirtschaftlichen Probleme nannte das Unternehmen hohe Mietkosten sowie ein verändertes Kaufverhalten: Viele Kunden würden auch nach der Corona-Pandemie verstärkt im Internet einkaufen, was traditionelle Innenstadtgeschäfte zusätzlich belaste. Bereits 2025 hatte die Firma damit zu kämpfen; im Juli des vergangenen Jahres musste sie deshalb innerhalb der Sonnenstraße in kleinere Räumlichkeiten umziehen. Ziel des Insolvenzverfahrens war es damals, einen Investor für das Unternehmen zu finden.
Hieber Lindberg war 2006 aus dem Zusammenschluss der Münchner Musikhäuser Hieber am Dom und Ernst Lindberg entstanden. Die Geschichte des Hauses Hieber reicht bis 1884 zurück, der Betrieb von Ernst Lindberg wurde 1907 gegründet.
In den vergangenen Tagen räumte das Geschäft mit Rabatten von 50 Prozent auf nahezu das gesamte Sortiment – vom Erdgeschoss mit Gitarren und Blasinstrumenten bis in den ersten Stock, wo unter anderem Orgeln und Schlaginstrumente angeboten wurden. Nach eigenen Angaben des Unternehmens war zuletzt fast der gesamte Bestand verkauft.










