Dekret von Präsident Erdoğan
Türkischer Gouverneur entlassen – weil er Leggings trug
Aktualisiert am 23.07.2026 – 04:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Er wollte die türkischen Bürger zum Sport anregen, doch jetzt hat Mehmet Fatih Çiçekli seinen Job verloren. Das schlägt im Land hohe Wellen.
Der türkische Gouverneur Mehmet Fatih Çiçekli ist entlassen worden, nachdem er sich in sozialen Medien in Radkleidung gezeigt hat. Er trug dabei ein rotes Trikot und eng anliegende, lange Sportleggings. Wie der britische „Telegraph“ und türkische Medien berichten, hat dies für Empörung gesorgt.
İnan Akgün Alp, Abgeordneter der Republikanischen Volkspartei (CHP), sagte: „Ein Gouverneur in Leggings? Das geht einfach nicht. Solche Politiker sollten ihres Amtes enthoben werden – oder zumindest ein Feigenblatt tragen.“ Er warf Çiçekli vor, das Ansehen des Amts beschädigt zu haben.
Noch weiter ging Şamil Tayyar, Abgeordneter der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung. Er warf Çiçekli vor, durch sein häufiges Erscheinen in Radfahrkleidung sein politisches Ansehen zu schmälern: „Weder die Bürger noch seine eigenen Beamten werden einen Gouverneur in Leggings ernst nehmen“, sagte er. „Er hat keine Autorität.“

Bürger protestieren per Petition
Der Gouverneur der Provinz Ardahan ist seit Januar im Amt, zuvor war er Chef der Verwaltung in der Provinz Karaman. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan feuerte ihn nach dem öffentlichen Aufschrei per Dekret am 17. Juli. Das wiederum brachte Bürger auf. Sie forderten mit einer Petition, dass Çiçekli wieder ins Amt kommt. 10.000 Personen haben bislang unterschrieben.
„Die sportlichen Aktivitäten junger Menschen haben zugenommen, und es hat sich bei ihnen die Gewohnheit entwickelt, Sport zu treiben“, schrieben die Befürworter. Der geschasste Politiker hat wiederholt Werbung fürs Radfahren gemacht und sich selbst bei Radtouren gefilmt.
Mittlerweile schlägt der Vorfall auch international Wellen. Nacho Sánchez Amor, der Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Türkei, warf Kritiker Alp vor, „die islamisch-konservative Agenda zu unterstützen“. Er drückte seine Solidarität mit dem Gouverneur aus.










