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Home » Grüner nimmt Verweigerung zurück und wird Reservist
Politik

Grüner nimmt Verweigerung zurück und wird Reservist

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 12, 2026
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Grüner nimmt Verweigerung zurück und wird Reservist

Kurswechsel bei den Grünen

Politiker nimmt Verweigerung zurück und wird Reservist

12.07.2026 – 07:05 UhrLesedauer: 2 Min.

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Janosch Dahmen: Der 44-Jährige hat seine Meinung geändert. (Archivbild) (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa-bilder)

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Janosch Dahmen ist bereit, Deutschland notfalls mit der Waffe zu verteidigen. Wie seine „altlinken“ Eltern darauf reagierten – und wie sich das erste Schießtraining anfühlte, erzählt er einem Nachrichtenmagazin.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen hat seine frühere Kriegsdienstverweigerung zurückgezogen und sich als Reservist der Bundeswehr gemeldet. Das sagte der 44-Jährige in einem Interview mit dem „Spiegel“. Als Grund nannte er die veränderte sicherheitspolitische Lage seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Formell vollzog er den Schritt erst vor Kurzem, die Entscheidung dafür habe er aber schon früher getroffen.

Dahmen kommt eigenen Angaben zufolge aus einem „altlinken“, pazifistisch geprägten Elternhaus. Geboren wurde er 1981 in West-Berlin und wuchs in einem genossenschaftlichen Wohnprojekt in Berlin-Kreuzberg auf. Der studierte Mediziner sitzt seit November 2020 für die Grünen im Bundestag und ist gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Er kandidiert im Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis II in Nordrhein-Westfalen und zog über die Landesliste seiner Partei ins Parlament ein.

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„Meine Überzeugung war und ist: Ich will keinen Menschen töten. Doch ich muss anerkennen, die Zeiten und Rahmenbedingungen, vor denen ich diese Gewissensentscheidung verantworten muss, haben sich geändert“, sagte Dahmen. Spätestens durch Putins Angriffskrieg sei ihm klargeworden: „Es kann nicht nur die Aufgabe der anderen sein, unser schützenswertes Land und unsere freie, liberale Gesellschaft zu verteidigen, wenn sie von ihren Feinden angegriffen wird.“

Intensive Gespräche mit der Familie

Über seine Entscheidung habe Dahmen intensiv mit seiner Frau, den Kindern und seinen Eltern gesprochen. Seine Familie habe großes Verständnis für seinen Schritt gezeigt.

Zur Ausbildung beim Sanitätsdienst der Bundeswehr gehörte auch ein Schießtraining mit dem Sturmgewehr G36. Dahmen beschrieb den Moment als einschneidend. Er habe sich zunächst darauf konzentriert, alles richtig und sicher zu machen, vorher und nachher aber intensiv darüber nachgedacht: „Es hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass es ernst ist und um eine konkrete Gefahr für mich und für andere geht.“

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Deutliche Kritik übte Dahmen an der Position der Linkspartei, die sich als „Anti-Wehrdienst-Partei“ positioniert. „Die Position der Linkspartei lautet im Kern: Ein Staat, der so wenig für den Einzelnen tut, kann nicht verlangen, dass Bürgerinnen und Bürger ihn verteidigen. Das halte ich für eine gravierende Fehlannahme“, sagte Dahmen. Die Vorstellung, der Einzelne sei nur seinem Gewissen verpflichtet, sei „ein fundamentales linkes Missverständnis“.

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