Von Kirsten Ripper & Euronews mit SRF, DWD, AP
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Der 10. Juli gilt – insbesondere in Österreich, ähnlich wie andernorts der Siebenschläfertag im Juni – als besonders bedeutsam für das Wetter in den kommenden Wochen.
Ein traditionelles Volkssprichwort besagt: „Wenn der Sieben-Brüder-Tag ein regnerischer Tag ist, wird es noch sieben Wochen lang regnen.“ Da es derzeit nirgends in Europa Niederschlag gibt, trifft eher der Spruch zu: „Wenn sich die sieben Brüder in der Sonne aalen, kommen sieben Wochen voller Glückseligkeit.“
Allerdings wird es nicht nur für die in der Landwirtschaft tätigen Menschen immer schwieriger, die aktuell extrem sonnigen Bedingungen mit Tendenz zur Hitzewelle als „Segen“ zu betrachten. Die Dürre ist mittlerweile vielerorts zu spüren.
Stattdessen sehnen sich viele Menschen derzeit nach kühleren Temperaturen, wie sie zumindest in Norddeutschland für angenehm mildes Sommerwetter sorgen.
Durch die Hitze gestresste Tiere
Nicht nur den Fiakerpferden in Wien ist es zu heiß. Wie der Schweizer Sender SRF berichtet, leiden Kühe bereits ab 16 Grad Celsius unter Hitzestress, Schweine ab 20 Grad. Und da gestresste Tiere weniger fressen, sinken die Milch- und Fleischerträge während einer Hitzewelle. Viele Bauernhöfe in der Schweiz haben sich angepasst – die Tiere bleiben heute meist im kühleren Stall statt auf der Weide. Langfristig wollen Landwirte auf Rassen setzen, die besser mit der Hitze zurechtkommen.
Während in Wien erwartet wurde, dass die Temperaturen knapp unter der 30°C-Marke bleiben, wurden für Zürich am Freitag 33°C im Schatten und für Genf 34°C vorhergesagt – möglicherweise gefolgt von Gewittern.
Was ist der Tag der Sieben Brüder?
In der katholischen Kirche ist der Siebenbrüdertag der Gedenktag der sieben Söhne der Heiligen Felicitas. Der Überlieferung nach wurde die Schutzpatronin der Frauen und Mütter um das Jahr 166 zusammen mit ihren Söhnen Alexander, Felix, Januarius, Martialis, Philippus, Silvanus und Vitalis in Rom enthauptet, weil sie sich weigerten, ihrem christlichen Glauben abzuschwören.
Dem Volksglauben zufolge musste Felicitas den Tod ihrer Söhne miterleben, bevor sie selbst enthauptet wurde. Sie gelten als frühchristliche Märtyrer.
Warum gilt die Prognose als zuverlässig?
Offenbar halten selbst Experten die Bauernregel zum Sieben-Brüder-Tag nicht für völlig weit hergeholt. Denn der sogenannte Jetstream in der oberen Atmosphäre – etwa acht Kilometer über der Erde – stabilisiert sich üblicherweise zwischen Ende Juni und Anfang Juli über Mitteleuropa. Seine Winde bestimmen dann wochenlang das Wetter.
Wie Wetterexperte Dominik Jung in der Frankfurter Rundschau (FR) erklärt: „Anfang Juli etabliert sich oft ein großräumiges Wetterbild, das uns wochenlang begleitet. Und die Zeichen stehen eindeutig auf Wärme.“
Laut Meteorologe Jung liegt das daran, dass Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik kommen, effektiv verdrängt werden und weit nördlich von uns vorbeiziehen.
Hitze weniger feucht als Ende Juni
Die stärkste Hitze wird es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in den kommenden Tagen weiterhin in Frankreich geben. Doch wie der DWD schreibt, „werden auch immer mehr Regionen in Deutschland in den Genuss von 30 Grad und mehr kommen“. Im äußersten Südwesten Deutschlands werden Temperaturen von 35 oder sogar 36 Grad erreicht.
Nach Angaben des Dienstes Kachelmannwetter betrifft die Hitzewelle nicht nur die Schweiz, sondern auch Freiburg im Breisgau.
In den kommenden Tagen dürfte die Luft zumindest zunächst nicht so feucht sein wie während der Hitzewelle Ende Juni. Dennoch spricht der Deutsche Wetterdienst von „starkem Hitzestress vor allem im Südwesten“, zu dem auch die wärmeren Nächte beitragen – ein Problem, das insbesondere städtische Gebiete betrifft.











