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Home » Ruth Ellis 71 Jahre nach ihrer Hinrichtung begnadigt
Panorama

Ruth Ellis 71 Jahre nach ihrer Hinrichtung begnadigt

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 8, 2026
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Ruth Ellis 71 Jahre nach ihrer Hinrichtung begnadigt

Mehr als 70 Jahre zu spät

Frau nach ihrer Hinrichtung begnadigt


08.07.2026 – 18:44 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ruth Ellis und David Blakely (Archivbild): Sie erschoss ihren gewalttätigen Partner. (Quelle: imago stock&people/imago)

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Nach 20 Minuten Beratung sprachen die Geschworenen 1955 ihr Urteil. Die Richterin hatte zuvor klare Anweisungen erteilt.

Mehr als 70 Jahre nach ihrer Hinrichtung durch den Strang ist die letzte in Großbritannien exekutierte Frau posthum begnadigt worden. Ruth Ellis sei „schwerwiegendes Unrecht“ widerfahren, erklärte die britische Regierung am Mittwoch.

Ruth Elis war im Juli 1955 hingerichtet worden, nachdem sie ihren gewalttätigen Lebensgefährten David Blakely vor einem Pub in London erschossen hatte. Blakely hatte der schwangeren Ellis zehn Tage vor der Tat einen Schlag in den Bauch versetzt, wodurch die 28-Jährige eine Fehlgeburt erlitt.

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Die Geschworenen hatten die Frau damals nach nur zwanzig Minuten Beratung zum Tode verurteilt. Die Richterin hatte sie zuvor angewiesen, die Tatsache, dass die zweifache Mutter von ihrem Geliebten „schlecht behandelt“ worden sei, außer Acht zu lassen.

„Heute hat unsere Großmutter endlich Gerechtigkeit erfahren“

Die Hinrichtung von Ruth Ellis löste eine Welle der Empörung aus. Zwei Jahre später wurde die verminderte Schuldfähigkeit als Möglichkeit zur Strafminderung eingeführt. Der Fall führte in Großbritannien zudem zu einem Umdenken hinsichtlich der Todesstrafe. 1973 wurde diese schließlich abgeschafft.

Ellis‘ Geschichte wurde 1985 verfilmt. Ihre Familie hatte sich für die Aufhebung ihrer Mordverurteilung eingesetzt und argumentiert, dass sie ein Opfer von Gewalt gewesen sei und von ihrem Partner körperlich und seelisch misshandelt wurde, bevor sie ihn erschoss.

„Ich habe die Ehre bekannt zu geben, dass Seine Majestät der König auf unsere Empfehlung hin zugestimmt hat, Ruth Ellis eine bedingte Begnadigung zu gewähren“, sagte der britische Justizminister und stellvertretende Premierminister David Lammy am Mittwoch vor dem Parlament, während zwei Enkelkinder von Ellis auf der Zuschauertribüne saßen. Damit werde eine „schwere Ungerechtigkeit“ anerkannt, sagte Lammy.

„Heute hat unsere Großmutter endlich Gerechtigkeit erfahren“, erklärte deren Enkelin Laura Enston. „Diese Begnadigung macht nicht ungeschehen, was vor 71 Jahren geschehen ist. Aber sie bekräftigt offiziell und endgültig, dass Ruth nicht hätte hingerichtet werden dürfen und dass die Justiz ihr Ungerechtigkeit zugefügt hat.“

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