Dauerdiskussion um ARD und ZDF
Rundfunkbeiträge: Umfrage zeigt überraschenden Trend
28.06.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine neue Umfrage zeigt, wie sehr ARD und ZDF mit einem Legitimitätsproblem zu kämpfen haben. Allerdings offenbart der Blick in die Details auch einen Hoffnungsschimmer für die Sender.
Seit dem 23. Juni wird vor dem höchsten deutschen Gericht ein Dauerstreitthema verhandelt: der Rundfunkbeitrag. ARD und ZDF klagen vor dem Bundesverfassungsgericht, weil die Länder die Erhöhung der monatlichen 18,36 Euro blockieren. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen, dass damit Schluss ist. Seit Monaten ächzen sie, so ihre Darstellung, unter der mangelhaften Finanzierungsgrundlage – ein Kahlschlag nach dem anderen geistert durch die Schlagzeilen.
Wie das Gericht entscheiden wird, ist noch unklar. Doch eine neue Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von t-online durchgeführt hat, zeigt das Dilemma der Sender: Die Deutschen empfinden den Rundfunkbeitrag nicht als zu niedrig. Im Gegenteil: 68 Prozent der Befragten geben an, die 18,36 Euro monatlich entweder für „eher zu hoch“ oder für „eindeutig zu hoch“ zu halten.

Zeigt sich damit das Legitimitätsproblem der Öffentlich-Rechtlichen, und ist dies der Grund, warum die Länder versuchen, auf Zeit zu spielen? Schließlich stehen auch in einigen, vor allem ostdeutschen Bundesländern Wahlen an – und bekanntlich erklärt die AfD in ihren Programmen, ARD und ZDF in ihrer jetzigen Existenzform abschaffen zu wollen.
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Zwischen den Anhängerschaften der Parteien zeigen sich auch in der Umfrage klare Unterschiede. Während die Anhängerschaft der AfD den Rundfunkbeitrag nahezu geschlossen als zu hoch bewertet, fällt die Einschätzung bei den Anhängerschaften von SPD und Grünen deutlich differenzierter aus. 93 Prozent bei der AfD stehen 38 Prozent bei den Grünen gegenüber, bei der SPD sagen 44 Prozent, der Beitrag sei zu hoch.
Verschwindend gering ist der Anteil der Menschen, die die Gebühren für zu niedrig halten: Lediglich sieben Prozent gönnen den Sendern mehr Geld für ihr Programm. Die vielen Meldungen über Sparmaßnahmen bei den Öffentlich-Rechtlichen sowie Personalkürzungen und Umstrukturierungen scheinen die Meinungen jedenfalls kaum beeinflusst zu haben. Oder?











