WM-Stars über Nacht
Unbekannte Helden
24.06.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 4 Min.
Für kleinere Fußballnationen ist das XXL-Turnier ein Segen. Länder wie Curaçao oder Kap Verde können ihre Geschichten erzählen – und auf sich aufmerksam machen.
Während sich die Topfavoriten bei der Weltmeisterschaft auf ihre Weltstars verlassen können, sind bei zahlreichen Außenseitern die Torhüter die prägenden Figuren. Mit spektakulären Paraden, Rekorden und bewegenden Geschichten rücken die Keeper ins Rampenlicht. Eine Übersicht.
Mit seiner souveränen Leistung beim Auftakt gegen Spanien (0:0) wurde der kapverdische Keeper Vózinha quasi über Nacht zum Star. Seine Followerzahl bei Instagram schoss nach einem Aufruf des brasilianischen Senders Caze TV kometenhaft in die Höhe, dem Torhüter folgen mittlerweile 15,8 Millionen Menschen – und damit mehr als etwa DFB-Keeper Manuel Neuer. Und für den neuen Volkshelden aus Kap Verde, der bürgerlich Josimar José Évora Dias heißt und in Portugals zweiter Liga kickt, wurde es noch besser.

Durch die Hilfe des US-Außenministeriums konnte seine Mutter Ana Candida Evora zum Spiel gegen Uruguay (2:2) kommen, nachdem sie die Auftaktpartie gegen Spanien aufgrund von Visaproblemen verpasst hatte. „Sie konnte heute nicht hier sein, weil wir die Kaution für das Visum nicht rechtzeitig zahlen konnten“, erklärte Vózinha. Von Personen aus bestimmten Staaten verlangt die US-Regierung eine Kaution für ein Visum. Im Fall von Kap Verde liegt diese zwischen 5.000 und 15.000 Dollar.
Keeper erstaunt: Messi wollte sein Trikot
Eloy Room machte sich in Curaçao mit 15 Paraden gegen Ecuador (0:0) unsterblich und ging in die Geschichtsbücher ein. Nie zuvor hatte ein Torhüter in der regulären Spielzeit einer WM-Partie mehr Torschüsse pariert. Zur Belohnung gab es den historischen ersten WM-Punkt des kleinsten Teilnehmers und ein Tänzchen mit dem niederländischen Königspaar in der Kabine.
Als Kind und Jugendlicher hatte der im niederländischen Nijmegen geborene Schlussmann seine Ferien bei Verwandten in Curaçao verbracht, dem winzigen Karibikstaat, der ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs der Niederlande ist. Sein Vater stammt von dort, und als 2015 plötzlich der damalige Nationaltrainer Patrick Kluivert anrief, begann Rooms Abenteuer mit der „Blue Wave“ und einigen unvergesslichen Momenten.
Im Video | Ecuador verzweifelt an Curaçaos Schlussmann
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Etwa im März 2023, als Lionel Messi am Ende eines Länderspiels auf ihn zukam. Der Weltmeister gab Room sein Trikot, lobte ihn für die gute Leistung und fragte zu dessen Erstaunen, ob er im Gegenzug das Jersey des Torhüters bekommen könne. Während andere das Trikot des Superstars jagen müssen, stimmte Room verdutzt zu. Messi hatte gegen ihn immerhin sein 100. Tor für die „Albiceleste“ erzielt.











