„Du siehst eigentlich gar nichts“
Nagelsmann mit deutlicher Fifa-Kritik
21.06.2026 – 02:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Bei Englands WM-Auftakt zeigt sich Thomas Tuchel über die Position der Fotografen verärgert. Nun zieht Julian Nagelsmann nach. Der Bundestrainer wählt deutliche Worte.
Aus Toronto berichtet William Laing
Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nach dem spektakulären 7:1-Auftakterfolg über Curaçao auch die Elfenbeinküste niedergerungen. In Toronto triumphierte die DFB-Elf am Samstag dank eines Doppelpacks von Deniz Undav mit 2:1 – und zog damit vorzeitig in die K.-o.-Runde des Turniers ein.
Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich nach dem Spiel dementsprechend erfreut, sprach auf der Pressekonferenz von einem verdienten Sieg. Gleichzeitig tat der 38-Jährige aber auch seinen Unmut über eine Szene kund, die sich bereits vor dem Anpfiff ereignet hatte. Denn: Als die deutsche Nationalhymne abgespielt wurde, waren Nagelsmann und seinen Mitarbeitern die Sicht auf das Feld und die eigenen Spieler durch zahlreiche Fotografen versperrt. Ein Problem, auf das bereits Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel die Fifa nach dem Turnierauftakt der „Three Lions“ vor wenigen Tagen gegen Kroatien (4:2) aufmerksam gemacht hatte.
„Ich weiß nicht, wie viel wir uns jetzt beschweren dürfen, aber ich will Thomas Tuchel beipflichten“, sagte Nagelsmann dementsprechend auf Nachfrage von t-online zu der Situation. Es sei „schon ein emotionaler Moment, wenn man eine Connection zu den Spielern herstellt bei der Nationalhymne“, so der Bundestrainer. In der Bundesliga und in der Champions League würden zwar auch Fotografen vor den Trainern stehen, aber: „Was hier schon krass ist: Es ist super nah.“
„Da gibt es schon bessere Lösungen“
In der Folge wurde Nagelsmann in seiner Wortwahl dann noch deutlicher: „Ich habe immer das Gefühl, dass das Riesenrohr mit die Nasenhaare fotografiert aus einem Zentimeter Entfernung“, sagte der DFB-Coach. „Du siehst eigentlich gar nichts.“ Dabei sollten er und sein Trainerteam eigentlich bereits von der Anpassung profitieren, um die Tuchel die Fifa nach Englands Duell mit Kroatien inständig gebeten hatte.

Beim Spiel in Dallas am vergangenen Mittwoch hatten die Fotografen vor Anpfiff sogar noch näher an der Trainerbank gestanden. „Ich flehe die Fifa an, die Position der Fotografen während der Nationalhymnen zu ändern“, hatte Tuchel, der sich bei seinem ersten WM-Spiel um einen emotionalen Moment beraubt sah, deshalb nach der Partie gesagt. Der Weltverband reagierte in der Folge mit einem Kompromiss. Die Fotografen rücken mittlerweile etwas näher zusammen, die Trainer können sich wiederum an der Seitenlinie entlang links und rechts positionieren und haben damit die Kameras nicht direkt vor der Nase.











