Privat versichert
Fast 95.000 Menschen können ihre Beiträge nicht mehr zahlen
11.06.2026 – 15:20 UhrLesedauer: 3 Min.
Die privaten Krankenversicherer haben im vergangenen Jahr viele Kunden hinzugewonnen. Aktuelle Pläne der Bundesregierung trüben jedoch die gute Stimmung in der Branche.
Während die gesetzlichen Krankenkassen mit hohen Defiziten kämpfen, blicken die privaten Krankenversicherer zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Erneut stieg die Zahl der vollversicherten Kunden, mit 50.000 sogar noch einmal stärker als 2024 (30.000). Somit waren Ende 2025 insgesamt 8,8 Millionen Menschen in Deutschland privat krankenversichert.
Auch bei den Zusatzversicherungen legten die privaten Krankenversicherer weiter zu: Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Zahnzusatz-, Krankenhauszusatz- oder Krankentagegeldversicherungen um 2,8 Prozent auf nun 32,2 Millionen. Insgesamt blicken die Unternehmen somit mittlerweile auf 41 Millionen Kunden in Deutschland.
Mit dem Ergebnis zufrieden zeigte sich Thomas Brahm, Vorsitzender des PKV-Verbandes und Vorstandschef der Debeka Versicherung: „Die Menschen in Deutschland vertrauen auf die Leistungsfähigkeit und die langfristige Stabilität der PKV. Das stabile Wachstum ist ein klares Vertrauensvotum.“
Mehr Versicherte können Beiträge nicht zahlen
Was nur am Rande Erwähnung findet: Auch die Zahl der Versicherten im sogenannten Notlagentarif erhöhte sich. Laut aktuellem Rechenschaftsbericht der privaten Krankenversicherer waren 2025 rund 94.700 Menschen in diesem brancheneinheitlichen Tarif versichert. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Zahl der Versicherten hier noch bei 89.100.
Freiwillig gewählt werden kann dieser Tarif nicht. Versicherte fallen automatisch in diesen Sozialtarif, sobald die Voraussetzungen erfüllt sind: Sie haben mindestens zwei Monate ihre Beiträge nicht mehr bezahlt und auf zwei Mahnungen nicht reagiert.
Der Notlagentarif ist deutlich günstiger als die reguläre private Krankenversicherung. Die letzten bekannten Angaben gingen von einer Beitragshöhe von etwa 155 Euro monatlich aus, zuzüglich der Pflegeversicherung. Allerdings ist auch der Leistungsumfang deutlich eingeschränkt: Erstattet werden nur die Kosten für die Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft.
Altersrückstellungen werden aufgezehrt
Erst nach Begleichung der Schulden kehren Versicherte in ihren ursprünglichen Tarif zurück. Dieser ist nach der Rückkehr jedoch zumeist teurer. Ein Teil des Beitrags für den Notlagentarif finanziert sich nämlich aus den Altersrückstellungen, die die Versicherten in ihrem bisherigen Tarif gebildet haben. Diese sind dazu gedacht, künftige Beitragssteigerungen abzufedern. Werden diese aber verbraucht, kann sich das langfristig negativ auswirken.
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Nach Einführung des Notlagentarifs im Jahr 2013 lag die Zahl der Versicherten in diesem ein Jahr später bei 114.000 – ein Höchststand. In den darauffolgenden Jahren ging die Zahl zurück, seit einigen Jahren ist aber eine Bewegung in die andere Richtung feststellbar. Immer mehr Menschen können offenbar – zumindest vorübergehend – ihre Versicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen.










