„Müssen Unfassbares aushalten“
Nach tödlichem Busunglück: Gemeinde steht unter Schock
Aktualisiert am 11.06.2026 – 14:11 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Schulausflug bei Dachau endet am Mittwoch mit dem Tod eines Zweitklässlers und 34 Verletzten. Die Menschen in Haimhausen ringen am Tag danach um Fassung.
Immerhin eine gute Nachricht hatte es am Morgen in dem kleinen Örtchen Heimhausen gegeben: Nach dem schweren Busunfall am Mittwoch befindet sich nach Polizeiangaben keines der 30 verletzten Kinder mehr in akuter Lebensgefahr. Zwei Kinder und eine Lehrerin waren zuvor mit schwersten Verletzungen in eine Klinik eingeliefert worden. Und doch: Der Schock über das Geschehene sitzt tief.
Am Mittwochmittag war ein Reisebus mit zwei zweiten Klassen der Grundschule Haimhausen bei Hebertshausen mit einem entgegenkommenden Linienbus zusammengestoßen. Die Kinder hatten sich auf dem Rückweg von einem Schulausflug befunden. Für einen kleinen Jungen endete der Unfall tödlich, er verstarb trotz mehrerer Reanimationsversuche noch am Unglücksort. Nach Angaben der Polizei wurden 30 Kinder verletzt: zwei Kinder schwer, zwei mittelschwer und 26 leicht.

Auch eine Lehrerin und die beiden Busfahrer erlitten Verletzungen. Vier Rettungshubschrauber, rund 15 Rettungswagen und acht Notärzte waren im Einsatz.
Tödlicher Busunfall bei Dachau: „Es ist ein Gemeine-Schock“
Was am Mittwoch auf der Staatsstraße bei Hebertshausen (Landkreis Dachau) passiert sei, sei für viele im Ort „unbegreiflich“, sagt Gemeindereferentin Mandy Adam. „Jeder hier kennt irgendjemanden, der dort ein Kind hatte. Es ist ein Gemeinde-Schock.“ Viele Väter im Ort seien auch bei der Freiwilligen Feuerwehr und wegen des Unfalls im Einsatz gewesen – auch sie lasse das Erlebte nicht so schnell los.
Für Einsatzkräfte und Angehörige stand am Mittwoch im Ortsteil Ampermoching eine Sammelstelle zur Verfügung. Dort wurden Betroffene psychosozial betreut, die Gemeindeverwaltung richtete zudem ein Bürgertelefon ein. Am Abend öffnete auch die Pfarrkirche St. Nikolaus in Haimhausen für Trauernde – 30 bis 40 Menschen seien dort gewesen, manche hätten geweint, viele hätten stillgesessen: „Da war ganz viel Trauer. Die Leute haben vor allem einen Ort gebraucht, wo sie sein können“, so die 51-Jährige.
Heimhausen: Einsatzkräfte ringen um Fassung
Auch die Einsatzkräfte standen unter dem Eindruck des Unglücks. Maximilian Reimoser, Sprecher der Kreisbrandinspektion Dachau, zeigte sich im Rahmen eines Pressestatements schwer betroffen: „Das sind Bilder und Momente, die man nicht so leicht verarbeitet. Es ist immer besonders schwer, wenn es Kinder sind – in diesem Fall kommt natürlich auch die direkte Nähe dazu, weil es Kinder aus Heimhausen sind. Wir sprechen allen Angehörigen unser tiefstes Beileid aus.“
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