Streit um Werbemotiv
BVG stoppt Nius-Kampagne – das ist der Grund
05.06.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Das rechtspopulistische Portal Nius wirbt bei den Berliner Verkehrsbetrieben mit einer Kampagne. Ein Motiv auf Social Media soll nicht abgestimmt gewesen sein, weswegen die BVG jetzt einschreitet.
Die Berliner Verkehrsbetriebe haben eine Werbekampagne des rechtspopulistischen Medienportals Nius auf ihren Werbeflächen gestoppt. Die Anweisung erging am Freitag an den zuständigen Werbevermarkter – mit sofortiger Wirkung. Das teilte die BVG mit.
Auslöser war den Angaben der BVG zufolge ein Motiv, das ein Nius-Verantwortlicher am 3. Juni auf Social Media veröffentlichte. Es sei so gestaltet gewesen, dass es aussah, als hänge es in der Berliner U-Bahn. Tatsächlich sei es nie Teil der gebuchten Kampagne gewesen – weder die BVG noch ihr Vermarkter hätten es freigegeben, so die BVG.
Was genau auf dem Motiv zu sehen ist, ist bislang nicht bekannt. Nius-Chefredakteur Julian Reichelt postete am 3. Juni auf der Plattform X ein vermeintliches Werbebanner in einer U-Bahn der BVG. Darauf ist der Spruch zu sehen: „Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern“. Für eine Bestätigung, dass es sich dabei um das Motiv handelt, das für den Stopp der Kampagne verantwortlich ist, war die Pressestelle der BVG zunächst nicht zu erreichen.
BVG sieht Motiv als offensichtlich rechtswidrig
Die BVG hält das Motiv, das zum Kampagnenstopp führte, nach eigener rechtlicher Einschätzung für offensichtlich rechtswidrig. Als öffentliches Unternehmen sei sie an Grundrechte gebunden, darunter Meinungsfreiheit und Gleichbehandlung. Werbemotive dürfen deshalb nicht gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen.
Bei der ursprünglichen Buchung hätten ausschließlich unbedenkliche Motive vorgelegen. Das später auf Social Media verbreitete Bild gehörte nicht dazu.
Kritik an der Kampagne bei der BVG
Wo der Eindruck entstehe, das Unternehmen verbreite oder billige rechtswidrige Inhalte, ziehe die BVG klare Grenzen – auch gegenüber Fahrgästen und Mitarbeitenden.
In den vergangenen Wochen war die BVG von zahlreichen Initiativen und Organisationen heftig wegen der Nius-Kampagne auf ihren Werbeflächen kritisiert worden. Das Portal Nius fällt immer wieder mit rechtspopulistischen und unsauber recherchierten Inhalten auf.
Transparenzhinweis: Die Nius-Kampagne ist auch auf Werbeflächen des Ströer-Konzerns zu sehen. t-online gehört zu Ströer. Auch Ströer kann keine Werbung ablehnen, die nicht gegen Gesetze oder freiwillige Selbstbeschränkungen verstößt – auch wenn der Inhalt im Gegensatz zu den eigenen politischen Ansichten des Unternehmens steht.











