Deutsch-französischer Kabarettist
Das Geheimnis von Alfons‘ orangener Jacke
03.06.2026 – 05:32 UhrLesedauer: 2 Min.
26 Jahre lang suchte Alfons-Darsteller Peterfalvi verzweifelt nach einer Ersatzjacke. Am Ende führte ihn ausgerechnet ein Zuschauer-Tipp zur Lösung.
Sie ist sein Markenzeichen und sein größtes Sorgenkind: Die orangefarbene DDR-Trainingsjacke des Kabarettisten Emmanuel Peterfalvi, bekannt als Fernseh-Figur Alfons, hat nach 26 Jahren Suche endlich eine Zwillingsschwester bekommen. Gefunden hat er sie ausgerechnet dort, wo alles begann.
„Ich hatte richtig Tränen in den Augen“, sagt der 59-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Die Jacke stammt ursprünglich aus dem Kostümfundus der Firma Theaterkunst. Kurz nachdem Peterfalvi sie dort im Jahr 2000 entdeckt hatte, war TV-Reporter Alfons geboren, der durch Sendungen wie „Extra3“ und „Die Anstalt“ bekannt wurde.
Studenten, eBay, Aufrufe in Ostdeutschland – alles vergeblich
Doch mit dem Erfolg wuchs auch die Sorge. „Irgendwann habe ich verstanden, dass die Jacke mein Kapital ist. Ich habe nur eine. Wenn die verloren geht, habe ich ein Riesenproblem“, erzählt Peterfalvi. Er beauftragte Studenten, in Secondhand-Läden zu suchen, richtete bei eBay einen Alarm ein und startete Aufrufe in Ostdeutschland, ob noch jemand ein solches Exemplar auf dem Dachboden habe. Trotz vieler Rückmeldungen war die richtige Jacke nie dabei.
Schließlich ließ er zwei Kopien anfertigen – doch die fühlten sich laut Peterfalvi „wirklich anders“ an. Sie bestanden nicht aus Dederon, dem DDR-Pendant zu Nylon, aus dem das Original gefertigt ist.
Ein Zuschauer brachte die entscheidende Spur
Den entscheidenden Hinweis lieferte letztlich ein Zuschauer per Mail: Er habe die Jacke auf der Internetseite der Theaterkunst in Berlin gesehen. Peterfalvi reagierte verblüfft: „Ich dachte: Moment, ich habe alles gemacht, überall gesucht. Nur an eine Sache habe ich nie gedacht. Nämlich direkt an der Quelle zu fragen: Hattet ihr damals vielleicht zwei?“
Vor zwei Monaten besuchte er den Kostümfundus in Berlin. „Und da war sie dann. Das war ein mega Moment“, sagt der Kabarettist. Bereits am nächsten Tag trat er mit der neuen Jacke auf. „Seitdem trage ich sie bei jedem Auftritt. Die alte Jacke bleibt im Schrank und freut sich, ihre Zwillingsschwester wiedergefunden zu haben.“
Erlös geht an Demokratiestiftung
Für Peterfalvi besteht kein Zweifel an der Echtheit: „Ich sehe das am Optischen, am Etikett. Das Etikett der alten Jacke ist nach den Reinigungen und Sanierungen verloren gegangen, aber ich wusste noch sehr genau, dass dort Dederon draufsteht. Ich habe so viele andere Jacken gesehen, die ähnlich waren. Das ist sie.“
Die Theaterkunst machte für Peterfalvi eine Ausnahme: Normalerweise werden Kostüme aus dem Haus ausschließlich an Filmschaffende und Produktionen verliehen, nicht an Privatpersonen. Geschäftsführerin Andrea Peters zufolge habe außer Frage gestanden, die Jacke in diesem besonderen Fall zu verkaufen. Den Erlös spendet die Theaterkunst an Peterfalvis Grand-Mère-Stiftung, die sich für Demokratiebildung und Toleranz einsetzt.










