Von euronews
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Russlands Oreshnik-Rakete ist wieder ins Rampenlicht gerückt, nachdem Moskau bestätigt hatte, dass es die nuklearfähige Waffe bei Nachtangriffen auf die Ukraine eingesetzt habe, was heftige Kritik seitens des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und von EU-Vertretern auslöste.
Die Oreshnik-Rakete ist eine ballistische Mittelstreckenrakete, die laut Moskau Ziele in ganz Europa angreifen und modernen Luftverteidigungssystemen entgehen kann.
Der erste bekannte Einsatz erfolgte bei einem Angriff auf die ukrainische Stadt Dnipro im Jahr 2024. Seitdem ist die Waffe zu einem der am genauesten beobachteten Waffensysteme des Kremls geworden.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat Oreshnik als eine „hochmoderne“ Waffe bezeichnet, die mehrere Sprengköpfe tragen und sich mit Hyperschallgeschwindigkeit fortbewegen kann.
Wie weit kann der Oreshnik reisen?
Russland klassifiziert die Oreshnik, deren Name vom russischen Wort für „Haselbaum“ stammt, als ballistische Mittelstreckenrakete, was bedeutet, dass sie Ziele in einer Entfernung von 3.000 bis 5.500 Kilometern treffen kann. Russische Militärbeamte sagen, dass es in der Lage wäre, Ziele in weiten Teilen Europas anzugreifen.
Der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko sagte, die Rakete sei auch im mit Russland verbündeten Weißrussland stationiert worden.
Kann es Atomsprengköpfe tragen?
Russische Beamte sagen, die Rakete sei nuklearfähig, obwohl der erste bekannte Angriff in der Ukraine offenbar nichtnukleare Sprengköpfe oder Scheinsprengköpfe zum Einsatz brachte. Militäranalysten gehen davon aus, dass Oreshnik irgendwann mit nuklearen Nutzlasten ausgerüstet werden könnte.
Putin hat behauptet, dass der Einschlag der Rakete extreme Hitze erzeugt und tief geschützte Ziele zerstören kann, obwohl der erste Angriff in Dnipro relativ begrenzte sichtbare Schäden verursachte, sagten ukrainische Behörden.
Warum ist die Rakete schwer abzufangen?
Nach Angaben des Kremls bewegt sich Oreshnik mit etwa Mach 10, also etwa der zehnfachen Schallgeschwindigkeit. Russische Beamte behaupten, dies mache es für aktuelle Luftverteidigungssysteme nahezu unmöglich, sie abzufangen.
Das Missile Threat-Projekt des Center for Strategic and International Studies sagt, es sei „nicht ungewöhnlich“, dass ballistische Raketen oder ihre Wiedereintrittsfahrzeuge Hyperschallgeschwindigkeit erreichen.
Woher kam die Rakete?
Das US-Verteidigungsministerium hat Oreshnik als experimentelles System beschrieben, das auf der russischen RS-26 Rubezh, einer straßenmobilen ballistischen Interkontinentalrakete, basiert. Putin hat darauf bestanden, dass es sich nicht einfach um ein Upgrade aus der Sowjetzeit handelt, sondern um eine völlig moderne Waffe, die nach einem Befehl aus dem Jahr 2023 entwickelt wurde.
Zusätzliche Quellen • AFP, AP











