Drive-by-Shooting in Berlin
Rollerfahrer schießen auf vier Clan-Mitglieder
Aktualisiert am 22.05.2026 – 11:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Roller fährt an einem Auto vorbei, fünf Schüsse peitschen durch Berlin-Kreuzberg. Dann gibt der Schütze Gas – und auch die Männer im VW fliehen.
In Berlin haben Unbekannte einen Anschlag auf den berüchtigten Remmo-Clan verübt. Am Donnerstagmittag fielen Schüsse von einem Roller auf ein Auto, in dem übereinstimmenden Medienberichten zufolge vier der Großfamilie angehörende Männer saßen.
Zeugen schlugen gegen 12.30 Uhr Alarm und meldeten der Polizei die Schüsse in Kreuzberg. Am Tatort in der Urbanstraße lagen fünf Patronenhülsen auf dem Mittelstreifen – aber sowohl Täter als auch Opfer waren weg.
- Gefängnis-Skandal in NRW: Clan-Chef während Haft in Rolls-Royce geblitzt
- Berliner Sondereinheit ermittelt: Fußgänger schießt Mercedes-Fahrer nieder
Später teilte die Polizei mit, dass Beamte in der Nähe ein verdächtiges Auto festgestellt und angehalten hätten. Im VW Passat befanden sich mehrere Einschusslöcher. Die Beamten nahmen die vier Männer im Wagen in Gewahrsam, verletzt waren die Insassen im Alter von 24, 32, 35 und 55 Jahren nicht.
Bandenkrieg in Berlin: Schüsse sollten wohl Fahrer treffen
Laut „Tagesspiegel“ hatte der Schütze offenbar versucht, den Fahrer des Autos zu treffen. Drei Schüsse schlugen demnach in dessen Wagentür und den Außenspiegel ein. Die Mordkommission ermittelt. Die Polizei teilte am Freitag mit, dass der Sozius auf dem Roller geschossen habe. Der Roller sei dem Auto entgegengekommen. dann sei der Sozius abgestiegen, habe vom Mittelstreifen aus auf das vorbeifahrende Auto geschossen und sei wieder aufgestiegen.
In Berlin tobt im Augenblick offenbar ein Machtkampf zwischen verschiedenen kriminellen Gruppen. Die Zahl der Schusswaffenattentate hat sich so erhöht, dass Ende vergangenen Jahres die Sondereinheit „Ferrum“ (deutsch: Eisen) im Landeskriminalamt eingerichtet wurde.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sprach von einer neuen Bedrohungslage durch Bandenkriege in der Hauptstadt. „Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude“, sagte Badenberg dem RBB-Inforadio.











