Darunter ist auch ein „Big Five“-Vertreter
Diese Länder boykottieren den Eurovision Song Contest
Aktualisiert am 16.05.2026 – 09:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Fünf Länder nehmen am diesjährigen Eurovision Song Contest nicht teil. Einer der Boykotteure gehört zu den wichtigsten Finanziers des Wettbewerbs.
Als der österreichische Countertenor JJ im vergangenen Jahr in der Baseler St. Jakobshalle seinen ESC-Triumph feierte, stand gleichzeitig auch fest, dass die Jubiläumsausgabe im Folgejahr in Österreich stattfinden wird. Zwölf Monate später ist es nun endlich so weit. Millionen Musikfans aus aller Welt blicken nach Wien und sind gespannt, welcher Interpret im Finale der 70. Ausgabe des Eurovision Song Contests ganz oben auf dem Treppchen stehen wird.
Die Vorfreude ist groß. Aber: Wie auch schon in der jüngeren Vergangenheit wird der ESC auch in diesem Jahr wieder von einer politischen Grundsatzdiskussion überschattet. Im Mittelpunkt des öffentlich geführten Streits steht die Teilnahme Israels. Schon in den beiden Vorjahren, als der ESC im Jahr 2024 in Malmö und ein Jahr später in Basel stattfand, gab es massive Proteste gegen Israel. Vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts und des Kriegs in Gaza ist die Teilnahme von israelischen Künstlern beim ESC höchst umstritten.
Pfiffe, Buhrufe und Proteste
Vor zwei Jahren in Malmö wurde der Auftritt der israelischen Sängerin Eden Golan von vielen Pfiffen und Buhrufen begleitet. Im Vorfeld und auch noch während der Veranstaltung kam es rund um den Austragungsort zu Demonstrationen und teilweise gewaltsamen Ausschreitungen. Ein Jahr später trat in Basel die Sängerin Yuval Raphael auf, eine Überlebende des Hamas-Angriffs auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023. Wieder kam es zu Protesten.

In diesem Jahr erwarten die Organisatoren noch mehr Gegenwind. Aufgrund von Drohungen und Protestankündigungen wird die bereits seit Anfang Mai in Wien weilende israelische Delegation weitestgehend abgeschirmt. Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern verzichtet der israelische Sänger Noam Bettan bewusst auf öffentliche Auftritte abseits der Proben. Die Sicherheitsvorkehrungen sind immens. Das Polizeiaufgebot ist groß. Die Stadthalle gleicht schon Tage vor der eigentlichen Veranstaltung einer Festung.
Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb
Für fünf Länder ist das große Ganze nicht mehr tragbar. Noch im November hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) versucht, mit neuen Teilnahmeregeln für eine Beruhigung der angespannten Lage zu sorgen. Für die verantwortlichen Rundfunkanstalten in Spanien, Irland, Slowenien, der Niederlande und Island sorgte das aber nicht, wie erhofft, für ein Umdenken.
Alle fünf Länder erklärten, dass sie in diesem Jahr nicht am ESC teilnehmen werden. Der interne Umgang mit dem Boykott fällt unterschiedlich aus. So ziehen die Niederlande und Island ihre Beiträge zwar zurück, übertragen wird der ESC aber trotzdem. Spanien, Irland und Slowenien hingegen verweigern sich komplett. In diesen Ländern wird der ESC auch nicht im Fernsehen ausgestrahlt.










