Ausnahmezustand im Saarland
Ein Schritt fehlt: Dorfklub vor Sensationsaufstieg
15.05.2026 – 11:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Sollte die SV Elversberg ihr Heimspiel am Sonntag gewinnen, dann steigt sie in die Bundesliga auf. Für die 13.000-Einwohner-Gemeinde wäre das ein riesiger Coup.
Einen Bahnhof gibt es in Elversberg weiterhin nicht. Und die Arena an der Kaiserlinde ist immer noch eine Baustelle. Doch ansonsten hat sich beim Dorf-Klub in den zwölf Monaten seit dem in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim in letzter Minute dramatisch verpassten Bundesliga-Aufstieg einiges getan.
Ein neuer Trainer, viele neue Spieler, zum Teil ein neues Führungspersonal – das Gesicht der SVE hat sich gravierend verändert. Im vergangenen Sommer gingen Erfolgstrainer Horst Steffen und etliche Leistungsträger wie Torjäger Fisnik Asllani, Kapitän Robin Fellhauer oder Abwehrspieler Elias Baum. Im Winter verabschiedete sich Sturm-Ass Younes Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt, vor einigen Wochen ging auch noch Sportdirektor Ole Book zu Borussia Dortmund.
Spielstil bleibt ähnlich zur Vorsaison
Eines ist jedoch geblieben: Der erfrischende und erfolgreiche Fußball, mit dem die Saarländer schon in der Vorsaison die Herzen der Fans in ganz Deutschland erobert hatten. Und dieses Mal soll der historische Coup gelingen. Mit einem Sieg gegen den bereits als Absteiger feststehenden Tabellenletzten Preußen Münster kann der Verein, der vor vier Jahren noch in der Regionalliga spielte, den märchenhaften Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs am Sonntag (15.30 Uhr im t-online-Liveticker) aus eigener Kraft perfekt machen.

Selbst eine Niederlage oder ein Remis gegen Münster könnte für Elversberg reichen, sofern die Konkurrenz von Hannover 96 und dem SC Paderborn nicht mehr Punkte als die „Elv“ holt.
„Wenn uns zu Saisonbeginn jemand gesagt hätte, dass wir am 34. Spieltag die Chance haben, mit einem Heimsieg aufzusteigen, wären wir alle sehr glücklich gewesen. Jetzt haben wir ein Endspiel. Deshalb sollten wir uns auf die Aufgabe freuen“, sagte Trainer Vincent Wagner.
Elversberg hat alle Trümpfe in eigener Hand
Vor dem Saison-Finale liegt die SVE dank der deutlich besseren Tordifferenz (+22) vor den punktgleichen Rivalen Hannover 96 (+16) und SC Paderborn (+12) auf Platz zwei – und hat damit alle Trümpfe in der Hand. Elversberg wäre der 59. Verein der Geschichte und zugleich der kleinste Ort, der jemals der Bundesliga angehörte.









