Betriebe unter Druck
So viel kosten regionale Erdbeeren in Berlin
15.05.2026 – 10:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Betriebe stehen finanziell unter Druck – das treibt die Erdbeerpreise in die Höhe. Apfelbauern trifft es härter.
Regionale Erdbeeren werden in dieser Saison mindestens 8 Euro je Kilogramm kosten. Der Grund liegt in der Kostenstruktur der Betriebe: Allein die Löhne machen rund 60 Prozent der Produktionskosten aus. Thomas Bröcker, Vizepräsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg und Obstbauer in Frankfurt (Oder), sagt: „Weit unter 8 Euro je Kilo wird es nicht gehen“.
Die ersten Früchte der Saison kosteten bereits um die sechs Euro je Pfund, so Bröcker. In der Hauptsaison 2025 lag der Kilopreis für heimische Erdbeeren nach Daten der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft bei rund 6,90 Euro – bereits rund 70 Prozent mehr als 2015.
„Katastrophal“: Zu viele Äpfel auf dem Markt
Für Apfelbauern stellt sich die Lage anders dar, aber nicht besser. Wegen hoher Erntenmengen in Europa seien zu viele Äpfel im Markt, sagt Bröcker. Die Erzeugerpreise bezeichnet er als „katastrophal“: „Netto bleibt zu wenig übrig.“ Das Statistische Bundesamt belegt den Preisrückgang mit Zahlen: Im März 2026 lagen die Erzeugerpreise für Obst um 31,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei Tafeläpfeln betrug der Rückgang 33 Prozent.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Der Apfelverbrauch geht nach Einschätzung Bröckers kontinuierlich zurück. Verbraucher griffen häufiger zu Südfrüchten wie Mango oder Kiwi sowie zu Beerenobst aus Marokko. „Es ist für alle schwierig im Moment“, sagt Bröcker. Steigende Kosten und veränderte Essgewohnheiten setzten den Betrieben zu.
Als Reaktion auf den Lohnkostendruck setzen viele Betriebe verstärkt auf Selbstpflück-Angebote. In Brandenburg gibt es laut Verband rund 60 Erdbeer-Betriebe. Einige wollen die Selbstpflück-Saison für Freiland-Erdbeeren Ende Mai oder Anfang Juni starten. Der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg eröffnet die Erdbeer-Saison offiziell am 28. Mai auf dem Spreewaldhof Niewitz im Kreis Dahme-Spreewald.










